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1. Ultra Cuxhaven – Bremen-Nord, 2016-05-06/07

Ein Lauf von nach oder ggf. auch Cuxhaven nach Bremerhaven spukte schon etwas länger in den Köpfen von Olaf und mir herum. Einen ersten Anlauf dazu gab es bereits im Sommer 2015, als wir in einer Dreiergruppe von Bremerhaven nach Cuxhaven laufen wollten. Auf Grund der Hitze am ausgeguckten Termin, wurde aus diesem Lauf aber relativ spontan “nur” ein Ultra zwischen Cuxhaven und Otterndorf. Anfang 2016 kam dann Olaf aber, angestoßen wohl u.a. durch Crispin, mit einer Ausschreibung für einen Lauf von Cuxhaven nach , mit Start um 22:00Uhr in Cuxhaven, an. Ausgerechnet das Wochenende, an dem ich beim Heidschnucken- von Soltau bis Hamburg laufen wollte. Nun gut, da ich für den Heidschnucken-Ultra aber bisher eh nur auf der Warteliste war, wurde also umdisponiert. Kerstin, die den Lauf zunächst mit “22 Uhr? Ja klar, macht mal, aber ohne mich.” abgetan hatte, erklärte sich freundlicher- und freiwilligerweise bereit, den ersten Verpflegungspunkt in Dorum-Neufeld bei ca. Kilometer 28 zu besetzen.

Und so kam es dann … 22:00Uhr … 11 Läufer und 5 FahrradbegleiterInnen versammeln sich im Bahnhofsgebäude in Cuxhaven. Nach kurzem Briefing und einem Gruppenfoto geht es dann pünktlich um 22:00 Uhr los. Durch den Fischereihafen, vorbei an der Alten Liebe und am Seglerhafen, Grimmershörnbucht, Kugelbake, Döse, Duhnen und Sahlenburg. Dann wird es schnell einsam. Es haben sich kleine Gruppen gefunden und man läuft sein Tempo durch die sternenklare und laue Nacht. Ich laufe zusammen mit Moorrunner Frank und seiner Fahrradbegleitung, so dass die Zeit wie im Fluge vergeht. Gegen 01:30 Uhr sind wir in Dorum-Neufeld, wo uns eine erstaunlich muntere Kerstin am Verpflegungsstand empfängt. Ein Stück der Brownie-Reste aus Salzhemmendorf und Erdnüsse futtern, Trinkflaschen auffüllen, Smalltalk, noch ein Malzbier trinken und weiter geht es. In der klaren Luft sieht man jetzt bereits die roten Lampen auf den Containerbrücken im Hafen von Bremerhaven leuchten.

Es ist mittlerweile kühler geworden und mit dem Gegenwind fange ich an etwas zu frösteln. Schneller Laufen, um warm zu werden,  ist keine Option, also werfe ich mir ein weiteres Laufshirt über. Beim Wiederaufsetzen des Laufrucksacks fliegt eine meiner beiden 0.75l Trinkflaschen in hohem Bogen auf den harten Boden und platzt sofort auf. Mist. Zum Glück ist so kühl, dass die verbliebenen 0.75l für die letzten 25km reichen.

Im Laufe der nächsten 2 Stunden kommt die mächtige Beleuchtung oder besser gesagt Lichtverschmutzung des Bremerhavener Hafengebietes immer näher. Auch die Geräuschkulisse der Verladetätigkeiten im Hafengebiet ist imposant. Bereits kurz hinter Wremen ist der Hafen nicht nur sichtbar, sondern auch deutlich zu hören. Das liegt u.a. auch an den heutigen Windverhältnissen. Der Wind trägt den Schall direkt in unsere Richtung. Für den kompletten Lauf sind 3-5 Windstärken aus Süd-Ost, also nahezu immer direkt von vorne, angesagt. Es soll ja auch nicht zu einfach werden 😉 In Weddewarden, auf Höhe des Hafengebietes angekommen, steht eine Schallmessvorrichtung mit öffentlicher Anzeige. 50dB zeigt sie aktuell an. Wahrlich beeindruckend …

Ab Weddewarden geht es meine letzten 9km komplett durch das Hafengebiet. Es gibt meistens nur einen einseitigen Radweg und man wird häufig gezwungen die Straßenseite zu wechseln. Gut, dass zur Zeit fast kein LKW-Verkehr herrscht. Mittlerweile geht es auf 05:30 Uhr zu. Die Dämmerung ist bereits in vollem Gange. An der Kaiserschleuse versuche ich noch ein paar Bilder der vielen extrem knalligen Blau und Orange-Töne des Dämmerungshimmels mit der Kamera einzufangen und schon sind wir bei Kilometer 54, beim 2. Verpflegungspunkt, direkt vor dem “Zoo am Meer”. Moorrunner Frank + Fahrradbegleitung haben jetzt noch ca. 65km vor sich. Für mich ist hier nach 54km in 6h48min, mit vorheriger Genehmigung des Veranstalters, Schluss. 120km passten doch nicht mal eben so mittendrin in meine Laufplanung. Nach ein wenig Trinken und einem Stück Laugengebäck geht es mit unserem Auto ab nach Hause. Kerstin hat nämlich direkt am VP 2 auf mich gewartet. Ein Traum, oder!?

Viele Fotos gibt es auf Grund des nächtlichen Laufens natürlich nicht, ein paar dann aber doch: