2. “Lila Krönung” Ultramarathon von Schneverdingen nach Amelinghausen , 46km, 2017-08-20

Aus der Ausschreibung von Christian:

VP/CP 1 ist bei km 11 in Niederhaverbeck, gegenüber Haverbeckhof.
VP/CP 2 ist bei km 22,5 am Ortsanfang Hörpel,
VP/CP 3 ist bei km 32 kurz vor der Überquerung der Landstraße hinter der Schwindequelle (am Waldrand).
[…]
Der Wanderweg „Lila Krönung“ durchquert das größte zusammenhängende Heidegebiet im Naturpark von West nach Ost und verbindet mit Schneverdingen  und Amelinghausen die beiden Orte, in denen jedes Jahr eine Heidekönigin gekürt wird. Am Weg liegen der Totengrund mit seinen zahlreichen Wacholderbüschen, das typische Heidedorf Wilsede und die Niederung der Haverbeeke. Eine Krönung Ihrer Wanderung ist der Wilseder Berg, die mit 169 Metern höchste Erhebung in der nordwestdeutschen Tiefebene.

Der Wanderweg beginnt in Schneverdingen und führt zunächst in die Osterheide, und damit in ein Gebiet, in dem der Besucher die positiven Auswirkungen aktueller Naturschutzmaßnahmen erleben kann. Wo man heute wieder auf eine intakte Heidelandschaft trifft, befand sich bis 1994 ein Truppenübungsplatz. Über den lauschigen Spitzbubenweg gelangt man in das Tal der Haverbeeke. Der Weg folgt dann dem Lauf des Baches durch Niederhaverbeck bis zum Wilseder Berg. Von hier schweift der Blick auf kilometerweite Heideflächen. Wilsede, der Totengrund und die Döhler Heide sind markante Stationen auf dem Weg nach Hörpel. Hier treffen die Wanderwege „Lila Krönung“ und „Heidepuzzle“ zusammen und führen über die Schwindebecker Heide nach Soderstorf. An der frühgeschichtlichen Totenstatt bei Oldendorf vorbei gelangt man über die Kronsbergheide und den Lopausee ans Ziel in Amelinghausen.

2016, als dieser Lauf das erste Mal stattfand, konnte ich leider nicht dabei sein. Dieses Mal hat es geklappt. Zusammen mit 14 weiteren gut gelaunten Läufer(innen) geht es um 10:02 bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen von knapp 17°C am Schneverdinger Bahnhof an den Start. Im Klönschnack mit Ulli, der heute in Ermangelung von Alternativen 😉 auf fast allen meinen Bildern zu sehen ist, vergehen die Kilometer bis Amelinghausen wie im Fluge. Das Laufen durch die blühende Heide ist traumhaft.

Das Wetter hält sich jedoch nicht an unsere Vorgaben, denn auf dem letzten Drittel laufen wir fast komplett im Regen. Aber das kennt man diesen “Sommer” ja schon.

Nach 5h33min und 46.3km auf der Uhr, in Amelinghausen angekommen, haben wir dann etwas Mühe das Zielfahrzeug für die Zeitnahme und Medaillenübergabe zu finden. In Amelinghausen findet heute das Heideblütenfest und auch ein Volkslauf statt. Der halbe Ort ist deshalb von der Polizei abgesperrt worden. Nach einigem Hin- und Her können wir Manfred dann aber doch in einem der Autos ausfindig machen und unsere Zeit notieren lassen. Irgendwann haben wir in dem Chaos dann auch Kerstin entdeckt und es geht nach Tausch der regengetränkten Laufklamotten gegen etwas trockenere Kleidung, über eine megavolle A7, wieder zurück Richtung Hannover.

Tolle, abwechslungsreiche Strecke. Das kann wiederholt werden 😉 Dank an Christian und natürlich auch die Betreuer der VPs!

 

3. Waldmarathon, Bordenau, 2017-08-13

Mein Marathon #140, der 3. Waldmarathon bei Reinhard Reuter. Nach ergiebigem Regen am Freitag gab es erneut Hochwasser auf der Leine. An der tiefsten Stelle der Laufstrecke trennten uns gerade noch 30cm von nassen Füßen durch den Fluss.

8 Runden à 5,x km galt es zu laufen. Die Beine waren dieses Mal schon nach 5 Runden schwerer als vor 2 Wochen bei den 80km im Süntel. Zusammen mit Jan habe ich die letzten drei Runden dann aber doch überstanden 😉 Am Ende 2. Platz mit 4h28min01s.

17. Panorama-Marathon, Deister bei Bad Münder, 2017-08-05

Schon eine Woche nach dem Süntel-Trail war ich wieder in der gleichen Ecke. Bei Detlef, aka running-paule fand der 17. Panorama-Marathon am Deister bei Bad Münder statt. Ich war dieses Mal zum 9. Mal am Start. Schnee, Eis, Hitze, Orkan und goldenen Herbst hatte ich hier schon. Fehlte noch Dauerregen 😉 Pünktlich zum Start begann es für 3 Stunden kräftig zu regnen. Die Landschaft hing so manches Mal komplett in den Wolken, so dass der Süntel hinter Bad Münder nicht mehr zu erkennen war.

Das Laufen mit pitsche-patsche nassen Klamotten und Schuhen war nicht so schön. Aber man gewöhnt sich mit der Zeit daran. Insgesamt mit 17°C, reichlich Wind und dem Regen ein temperaturmäßig sehr angenehmer “Sommer”-Lauf. Am Ende standen bei mir 4h30min03s auf der Uhr. Das war definitiv einer meiner schnelleren Läufe auf dieser Strecke, die mit ihren 680 Höhenmeter doch nicht ganz ohne ist.

Die “große” Kamera blieb heute wegen des Regens im Auto. Auf den letzten beiden Runden, nachdem der Regen wieder aufgehört hatte, habe ich dann aber doch noch ein paar Fotos der tief hängenden Wolken mit dem Smartphone geschossen.

 

6. Süntel-Trail, 50 Meilen, 2600 Höhenmeter, 2017-07-29

Der 6. Süntel-Trail startet und ich bin zum 6. Mal dabei. Das spricht Bände. Einfach immer wieder eine tolle und perfekt organisierte Veranstaltung in einer sehr schönen Ecke, direkt vor der Haustür (naja fast, ca. 45min mit dem Auto) .

Aus Wikipedia.de:

Der Süntel ist einer der typischen kompakten Bergstöcke des Weserberglandes, die diesem Landschaftsraum neben schmalen Schichtkämmen sein Gepräge geben. In einer Entfernung von rund 15 Kilometern nördlich der Stadt Hameln erstreckt sich der Süntel von Nordwesten nach Südosten über etwa 12 km als östliche Fortsetzung des Wesergebirges und ist umgeben vom Auetal im Norden, dem Deister-Süntel-Tal im Nordosten und dem oberen Wesertal im Südwesten. Die höchste Erhebung liegt im Südosten mit dem sanft ansteigenden Doppelgipfel der Hohen Egge. Im mittleren Teil stellt der Süntel eine von gewundenen, nach Südwesten gerichteten Tälern stark zerlappte Schichtstufe dar, eine im Leine- und Weserbergland eher seltene Gebirgsform (neben Osterwald, südlichem Deister und den Sieben Bergen). Hier prägen lange, senkrechte, und am Hohenstein bis zu 60 m hohe Wandfluchten das Landschaftsbild, sowie zahlreiche Besonderheiten wie Wasserfälle, Hangrutschungen, schluchtartige Kerben, Zerrspalten und Höhlen.
[…]
Der Süntel gehört zum Naturpark Weserbergland Schaumburg-Hameln. Der Hohenstein mit seiner engeren Umgebung ist ein Naturschutzgebiet, für das oberhalb der höchsten Klippen ein Betretungsverbot besteht.

Und wie immer auch das gleiche Drama am “Morgen”. Der Wecker klingelt um 03:00 Uhr, obwohl ich erst gegen Mitternacht ins Bett gefunden habe. Kurz vor 04:00 Uhr geht es dann per Auto Richtung Bad Münder. Diesmal habe ich aber wieder das Glück, dass Kerstin dabei ist und fährt. So kann ich noch eine halbe Stunde im Auto dösen.

Um 05:00 Uhr dann ein üppiges Frühstück und Klönschnack mit den anderen Startern. Dieses Mal passen überraschenderweise 4 Brötchen und noch eine fette Schale Joghurt in meinen Magen. Ob ich damit noch irgendeinen Berg hochkomme. Egal, es schmeckt …

06:00 Uhr, noch fix ein schnelles Startfoto und dann schickt uns Häuptling Helmut mit einem etwas überraschenden Knall aus seiner Startpistole auf die Piste. Nach vorhergehendem Studium der Starterliste weiß ich, dass ich heute ziemlich sicher zu den Langsameren gehöre und sortiere mich hinten im letzten Drittel des Feldes ein. Bis zum Springer Steinbruch laufe ich zusammen mit Jan. Als ich aber Zwecks Foto zur Klippe oberhalb des Steinbruches kurz abzweige, ist auch Jan verschwunden. Ich genieße mit leiser Musik im Ohr die morgentliche Kühle, aber doch schon schwül-feuchte Stimmung im Wald.

Bei Kilometer 12, noch im Deister, werde ich dann endgültig wach. Ein kleines Rinnsal, welches normalerweiser unter einer einzelnen Gehwegplatte als Brücke durchpasst, ist, den enormen Niederschlägen der letzten Woche geschuldet, zu einem 3 Meter breiten flachen Bach angewachsen. Keine Chance da ohne nasse Füsse durchzukommen. Das Wasser steht bis knapp über die Knöchel der Füße. Angenehm kühl das Wasser 😉

Irgendwo auf der Passage zwischen Deister und Süntel, bei km 17, steht dann Martina, die Chefin von Helmut, mit einem Verpflegungspunkt. Kurz die Getränkevorräte ergänzt und weiter geht es. Es sind schließlich noch 63km zu laufen.

Die Zeit bis zum 2. Verpflegungspunkt, an dem mich auch dieses Jahr wieder der Sheriff herzlichst empfängt, vergeht wie im Fluge. Nach diesem VP geht es dann erst einmal 4 km fast nur bergauf zum Süntelturm auf ca. 440m N.N. (Hohe Egge). Für diesen Aufstieg nutzen wir “Eickermann-Spezialwege”. Diese verkrauteten und brennnesselbewehrten Wege sind zwar in der Tat in guten Karten verzeichnet, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass die Teilnehmer des Süntel-Trails die Einzigen sind, die dort einmal im Jahr durch laufen 😉 Ich vermute, selbst Rehen und Wildschweinen sind das zu viele Brennnesseln.

Hinter dem Süntel dann zunächst einmal wieder (bis auf kurze trailige Abschnitte) 10 km entspanntes Laufen auf Forstwegen bis herüber zur Pappmühle. Dort warten u.a. Martina und Grit mit allerlei Leckerem auf uns. Trinken auffüllen, Käsewürfel-Vorrat plündern, ein Stück Melone in die Faust und weiter. Auf der Uhr stehen bereits ca. 41 Kilometer.

Jetzt kommt einer der für das Auge interessantesten Abschnitte. Es geht über unangenehm krumme Betonstufen rauf auf den Hohenstein. Auf dem Weg dorthin geht es auf einer Strecke von ca. 1 km immer unterhalb der Klippen entlang, schön steil über einen Naturwald-Trampelpfad hinauf zur Teufelskanzel und weiter zum Hirschsprung. Am Hirschsprung geht es nach 2 Minuten satt gucken und einem Selfie aber auch gleich weiter. Wo es geht, laufe ich auf dem Weg nach unten jetzt neben den merkwürdigen Treppenstufen. Das erscheint mir ungefährlicher.

Nachdem man nun wieder brav nach unten gelaufen ist, geht es, wie sollte es anders sein, wieder nach oben. Ein traumhafter Aufstieg durch das Totental bis hinauf zur Blutbachquelle. Dieses Tal soll 782 Schauplatz einer blutigen militärischen Schlacht gewesen sein. Daher auch der Name Blutbach bzw. Totental. Ich habe den Blutbach unten im Tal auch schon komplett trocken erlebt. Dieses Mal aber rauscht und plätschert es den kompletten Weg nach oben reichlich. Und es gibt beim Einstieg ins Tal beim Überqueren des Baches erneut nasse Füße. Man gewöhnt sich dran 😉

Über das Dachtelfeld und die Südwehe, wo es auch immer mal wieder tolle Felsformationen zu entdecken gibt, geht es nun über Kessiehausen zu einem weiteren Highlight, der steinernen Treppe. Kaum wieder rauf auf dem Berg, geht es nun, vorbei am Hamelspringer Steinbruch, wieder steil bergab. Und zwar so steil, dass man es größtenteils nicht laufen lassen kann.

In Hamelspringe, bei ca. Kilometer 60, befindet sich dann der nächste VP. Hier treffe ich überraschenderweiser auf Christoph und Michael. Nanu!? Die beiden waren bei VP2 doch locker 20 Minuten vor mir. Jetzt sitzen sie hier zurückgelehnt in Gartenstühlen und scheinen so gar keine Lust zu haben, weiterlaufen zu wollen. Nachdem ich mich gestärkt habe, wandert noch eine Flasche Malzbier in meinen Rucksack. Von Christoph und Michael bekomme ich bei Verlassen des VPs dann noch die “Drohung”, dass sie mich gleich wieder einholen werden, hinterher gerufen. Aber soviel sei vorweg genommen, obwohl beide locker das läuferische Potential hätten, dass auch umzusetzen, schaffen sie es dieses Mal mit ihrer kleinen Formschwäche nicht. Das gibt mal wieder ein Kreuz im Kalender: Zum dritten Mal in 5 Jahren vor Michael Hartmann im Ziel gewesen. Das kommt nicht häufig vor 😉

Jetzt beginnt die kleine “Gemeinheit” dieses Laufes. Mit bereits ca. 63km in den Beinen geht es noch ein zweites Mal hinauf zum Süntelturm. Eine ca. 10 km lange steile Passage mit einigen hundert Höhenmetern, anfangs über einen Betonplattenweg. Aber irgendwann ist auch dieser Anstieg gemeistert. Oben am Turm gibt es dann die Malzbierflasche auf ex. Anschließend geht es hinten um die Eulenflucht herum wieder hinab.

Letzter VP. Die Uhr zeigt etwa 74 km. Drei Haferkekse gefuttert und ein wenig Cola in die Trinkflasche gefüllt, schickt mich der Sheriff mit den Worten, “Sind ja keine 10 km mehr” auf den Rest der Strecke. Jetzt kommen aber erst einmal 2 km ohne jeglichen Schatten und Wind über staubige Wirtschaftswege. Puh. Die Sonne brennt, der Schweiß läuft.

Zum Glück gibt es nach dem Springer Bad Münder Bahnhof dann bald wieder schattigen Wald. Als ich dann zusätzlich nach mehrmaligen hin- und herrechnen noch realisiere, dass ich doch noch unter 12 Stunden bleiben kann, laufen die letzten 5 km plötzlich wieder wie von alleine.

Am Ende stehen 11h56min30s bei 83.8 km auf meiner Uhr. 30 Minuten langsamer als 2016 und 2015, aber sehr locker und entspannt gelaufen. Das wird nahezu ohne Muskelkater abgehen.

Danach dann Klönschnack, Weizenbier, Dusche und ein gemeinsames, feudales Abendessen mit anschließender Siegerehrung und Urkundenausgabe. Topp …

Bleibt am Schluss wieder nur der Dank an Helmut und alle helfenden Süntelgeister im Hintergrund, für die perfekte Ausrichtung dieses Laufes. Wenn es eine 7. Ausgabe des Süntel-Trails geben sollte, versuche ich wieder dabei zu sein.

Die Strecke als Relive-Video …

So denn, bis 2018 …

P.S.: Fotos!? Es wird mittlerweile schwierig etwas Neues zu entdecken, was noch auf keinem der über 1000 Fotos der letzten 5 Jahre zu finden ist. Aus ca. 150 Bildern von Kerstin, die dieses Mal 30 km geocachend durch den Süntel gewandert ist, dabei aber außer Jörg keinem Läufer begegnet ist, und ca. 150 Bildern von mir, haben wir dennoch einige ausgewählt:

Brennnessel-Kontrolle. 49km auf den Spuren des Sünteltrails, 2017-07-19

Der Termin des Sünteltrails über 80km am 29.07. rückt unaufhaltsam näher, da muss der Flachlandbewohner doch jetzt endlich mal ein paar Höhenmeter machen. Außerdem musste ich natürlich mal kontrollieren, ob Helmut die Brennnesseln alle gut gepflegt hat. Und ja, hat er. Auf allen Bildern, die einfach nur grün aussehen ist ein (nahezu unsichtbarer) Weg, der im Rahmen des Sünteltrails belaufen wird!
An die Brennnesseln habe ich mich die letzten Jahre gewöhnt. Viel übler waren dieses Mal die Scharen von Bremsen. Diese scheinen sich bei dem feuchten Wetter sehr wohl zu fühlen. So manche Bremse hat die Landung auf meiner Wade jedoch mit dem Leben bezahlt. Einige haben es aber dennoch geschafft, mich zu piesacken. An der linken Hand gibt es zwei dicke Finger und beide Waden ziert eine “schöne” Beule.

Uns sonst? Recht gute Fernsicht. Ich habe mich deshalb gefühlt ewig an der Teufelskanzel und am Hirschsprung aufgehalten. Und es gab tatsächlich dieses Jahr etwas Wasser im Blutbach im Totental.

Heiß war es auch. Morgens um 07:00Uhr an der Bergschmiede gestartet, war es noch angenehm frisch. Aber ab ca. 10:30Uhr wurde es schon unangenehm warm. Als ich gegen 15:00Uhr wieder am Auto ankam, zeigte das Thermometer (des im Schatten parkenden Autos) 30°C. Der halbe Liter Weizenbier mit Zitrone, den ich mir gegen 14:15Uhr bei der zweiten Passage am Süntelturm in der Turm-Gastronomie herunterstürze, ist gefühlt schon wieder ausgeschwitzt, noch bevor er im Magen angekommen ist.

Die Laufuhr sagt am Ende 49,6km in rekordverdächtig langsamen 8h02min (inklusive aller Pausen).

Lieber Süntel, bis nächste Woche.
Gruß Frank

15. Fernsehturmmarathon, 2017-07-15

Dieser Rauf- und Runter-Marathon, mit zwischendrin tollem Ausblick von der Porta Kanzel auf das Kaiser Wilhelm Denkmal, hat mir schon immer gefallen. In 2013 und 2014 bin ich hier bereits sechsmal mit gelaufen. Der Organisator Michael Kohlbrok (aka kolibri), hat dann aber irgendwann seine Ultralauf-Ambitionen aufgegeben und fährt jetzt “nur” noch 400km Brevets mit dem Liegerad 😉 Damit war auf dieser Laufstrecke dann jetzt fast 3 Jahre Ruhe.

Mittlerweile hat aber Vielläufer Jobst von Palombini diese Strecke adoptiert oder vielmehr reanimiert. Auszug aus seiner Ausschreibung:

Fernsehturm-Marathon

Von Wasserwerk zu Wasserwerk
Der Fernsehturm-Marathon verläuft auf einem 6,07km langen Rundkurs um den Fernsehturm im Wesergebirge bei Porta Westfalica. Je Runde sind 130Hm zu absolvieren, so dass insgesamt 910Hm zu Buche schlagen. Die erste Runde wird gemeinsam gelaufen, dann folgen 6 weitere (insg. 7 Runden =42,49km).

Rundkurs: Parkplatz am Königsweg, links an der Schranke Levernsiek, links Waldweg, rechts Nordhangweg, links Kanonenweg bis zur Portakanzel, rechts bergab zum Schwollmannsweg (Portakanzel im Rücken), rechts Grottenweg, links an der Schranke zum Parkplatz am Königsweg (Übersichtskarte).

Gestartet sind wir mit 21 gut gelaunten Läufern. 17 der 21 sind zu Ende gelaufen. Der Schnellste mit 4h11min, der Langsamste mit 7h20min. Bei mir stand am Ende 5h00min51s bei etwas über 45km auf der Uhr. Ein paar Minuten langsamer als vor 3 Jahren, aber das geht in Ordnung.

4. Watt-Moor-Ultra, 62km, 2017-06-24

Zwei Wochen nach dem Sietland-Ultra ging es erneut in der alten Heimat an den Start. Wilfried Seehafer hatte zum 4. Watt-Moor-Ultra geladen. Ich war schon zum 3. Mal dabei. Immer wieder herrlich “ohne Rücksicht auf Verluste” durch den Schmodder (aka Watt) zu rennen. Leider geht dieser erste, 12 Kilometer lange Abschnitt durch den Nationalpark Wattenmeer immer viel zu schnell zu Ende.

Dieses Mal war einiges anders. Zum Einen ging es nicht unmittelbar vor dem Start per Wattwagen auf die Nordseeinsel Neuwerk, sondern schon am Abend vorher mit großem Gepäck auf dem Rücken und zwar zu Fuß. Zum Anderen war es dieses Mal nicht nur von unten nass, sondern auch von oben. Von den ca. 7 Stunden, die ich gelaufen bin, hat es bestimmt 3 Stunden lang geregnet. 6 Windstärken aus westlichen Richtungen peitschten einem den Regen auf den letzten Kilometern teilweise waagerecht ins Gesicht. Das nennt sich “Norddeutscher Sommer” 😉 Pünktlich zum Zieleinlauf kam dann interessanterweise doch noch die Sonne heraus.

Auch dieses Mal hat Wilfried statt einer Startgebühr wieder Spenden für das Register für angeborene Herzfehler gesammelt, sowie vom Sahara-Lauf tolle, handgefertigte Medailen mitgebracht und dadurch die Leute in den dortigen Flüchtlingscamps unterstützt.

Auf der 60km Strecke waren dieses Mal nur 6 Läufer(innen) unterwegs. Peter und ich sind nach 7h17min und 62km (1 Minute schneller als 2016) gemeinsam als Erste ins Ziel gelaufen. Das war die perfekte Symbiose. Ich habe den Navigator gespielt und dadurch Peter vielleicht den ein oder anderen Extra-Kilometer erspart, da die in den Vortagen aufgesprühten Kreidepfeile auf Grund des Regens häufig kaum noch zu erkennen waren. Peter hat mich dafür mitgezogen und mein Tempo hoch gehalten.

Wir freuen uns auf den Watt-Moor-Ultra 2018 (vermutlich am 30.06.2018). Danke an Wilfried und die Helfer im Hintergrund.

Fotos und weitere Infos vom 1. und 3. Watt-Moor-Ultra bei meer mehr Sonne …

 

Diverse Bilder von mir, sowie von Kerstin an der Strecke und um zu:

2. Curry-Wurst-Pommes-Halbmarathon, 2016-06-17

Hier wurde das Laufen mal wieder zur Nebensache. Der 2. Curry-Wurst-Pommes-Halbmarathon in und um Burgdorf. Aus der Ausschreibung von Mike:

Lange hat die OG Hannover darauf gewartet, auf Knien wurden die Veranstalter angefleht, das Burgdorfer Schützenfest auf Wunsch eines einzenen Herrn verlegt……. endlich ist es soweit. Zur Ehre der OG und seiner Freunde sowie aller Freunde des Phosphatschlauches veranstaltet der Burgdorfer Teil der OG Hannover am 17.06.2017 ab 9:00Uhr einen Halbmarathon rund um die schöne Stadt Burgdorf.

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Ein besonderes Highlight wird der für manch einen wohl einmalige Zieleinlauf direkt an der berühmtesten Currywurstbude in der Region Hannover sein, wo auf Wunsch eine besondere Zielverpflegung (gegen Bezahlung) eingenommen werden kann. Und glaubt mir, es lohnt sich. Sogar die Aussenstelle Berlin wird vielleicht wieder zu diesem besonderen Event anreisen, da vom letzten Jahr noch eine Schmach zu bereinigen ist.

Also, seid dabei, erkundet mit uns den Teil östlich von Hannover und seid dabei.

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Anmeldungen ab sofort. Wer sich früh genug meldet, kriegt ein kaltes Isotonisches!!!!

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Das Tempo wird vermutlich zwischen 6:00 und 7:00 min/km festgelegt, es sei denn, es finden sich 2 Gruppen.

21,75km in gemächlichen 2h20min, aber nur ca. 10 Minuten für die Curry-Wurst + Pommes 😉

1. Sietland-Ultra, 53km, 2017-06-10

Ursprünglich war geplant mit den großen Jungs am Freitag Abend von Wehrstedt aus Richtung Harz zu starten, um dann zum Sonnenaufgang auf dem Brocken (Video dazu) zu sein. Ich stand bei Michael schon eine ganze Weile auf der Starter-Liste als ein “Du kannst den Freitag da Abends nicht mit, da ist die Schulabschlussfeier deiner Tochter” kam. Diese sollte nun plötzlich eine Woche vor dem ursprünglich geplanten Termin stattfinden.
Spotan wurde dann aber Plan B verfolgt und statt Freitag Abend in Wehrstedt, ging es Samstag Früh in Ihlienworth mit 13 Läufern an den Start. Sietland-Ultra: 53km auf unendlich langen Geraden durch das platte Land im Elbe-Weser-Dreieck. Hier stammen die Eltern und Großeltern her. Ein Besuch im Gebiet der alten Heimat.

Große Teile des Gebietes liegen auf Höhe des Meeresspiegels und sind von unzähligen Entwässerungsgräben durchzogen. Es ist hier so flach, dass man sich traut, bei einer kleinen Erhebung von 20m über N.N. von einem Berg zu sprechen. Der Gravenberg bei Wanna bot dann bei der klaren Luft tatsächlich einen tollen Blick über die Lüdingworther Kirche hinweg bis zur Elbe Richtung Groden und Altenbruch bei Cuxhaven in ca. 12km Entfernung. Man konnte mühelos die gigantischen, hübsch-hässlichen, aber arbeitsplatzschaffenden Hallen des Windenergieanlagenbaus ausmachen.

Asphalt und Wirtschaftswege auf Schotter, Gras und Sand wechseln sich ab und wir sind auch über die ca. 2 Kilometer langen Holz-Stege durch das Ahlenmoor gelaufen.

Einzelne Abschnitte (insbesondere am Hadelener Kanal) der Strecke gehen dann immer mal wieder 3-4km schnurgerade durch die Landschaft. Hier passt der Spruch mit “Da kann man schon morgens sehen, wer nachmittags zum Kaffee kommt” wirklich.

Immer wieder treffen wir auch auf Stationen des Hadler Sagenweges. Im Ahlenmoor gibt es dann sogar einen Hexentanzplatz. Man muss also gar nicht in den Harz fahren um auf Hexen zu treffen 😉

Zum Abschluss gab es ein sehr reichhaltiges und leckeres Buffet. Vermutlich wieder mal ein Lauf, bei dem man hinterher mehr wiegt als vorher 😉 Weil ein Schwung der schnelleren Läufer schon verschwunden war, konnte ich dann überraschenderweise als Sechstplazierter bei der Urkundenvergabe sogar noch den Preis, der eigentlich für den Drittplazierten gedacht war, gewissermaßen “abstauben”. Vorgenommen hatte ich mir eigentlich eine Zeit unter 6h. Da ich aber recht locker und vor allem mit recht konstantem Tempo die 53km durchgelaufen bin, war ich am Ende dann mit meinen 6h04min doch sehr zufrieden.

Tolle Runde in der alten Heimat bei 1a Wetter. Das hat Spaß gemacht. Vielen Dank an den Organisator Thorsten Unruh und sein Helfer-Team an den Verpflegungspunkten!

Heidschnucken-Ultra (aka Such-Das-H Ultra), 111km, 2017-05-20

Die Beschreibung, die Organisator Frank in seinem frühmorgentlichen Briefing nochmals verkündete, klang (hier sinngemäß wiedergegeben) einfach:

111km laufen, davon 99.8km auf dem Heidschnuckenweg “Such das H” spielen, dann die letzten 11.2km abseits des Heidschnuckenweges bis in meine Garage.
Wenn ihr mehr als 200-300m kein ‘H’ gesehen habt, seid ihr falsch.
Nur das weiße ‘H’ ist das richtige, allen andersfarbigen ‘H’-Schildern nicht folgen.

Ganz einfach, oder?

Der Haken war nur, dass sich die Oberschenkel bei diesem Lauf nach 30km schon so schwer anfühlten, wie beim letzten 80’er vor 4 Wochen im Ziel.

Am Anfang lief es blendend (und vermutlich für mich zu schnell). Ich bin eine ganze Weile mit den großen Jungs (und Mädels) mitgerannt. Bei ca. Kilometer 42, oben auf dem Wilseder Berg – es ist jetzt mit der Sonne endgültig so warm, dass ich mein langes Shirt gegen ein kurzes tausche – zieht Claudia, die bisher auch ungefähr mein Tempo lief, rasant davon. Innerhalb kürzester Zeit ist sie außer Sichtweite. Davon frustriert, scheint mein Tempo noch mehr runter zu gehen.

Bis zum VP bei Kilometer 69 in Handeloh hat mich dann sogar Winnie wieder eingeholt. Winnie war in der frühen Startgruppe 45 Minuten vor mir gestartet, aber ich hatte ihn eigentlich in Behringen bei Kilometer 32 hinter mir gelassen. Auf den letzten 42km bilden wir dann eine Leidensgemeinschaft 😉 und laufen zusammen kurz vor 22:30Uhr im Ziel ein. 112.5km in 16h 26min,  bei einer Pace von 8:46min/km. 1 bis 2 Stunden langsamer als angepeilt. Das ist wohl noch ausbaufähig 😉
Aber immerhin angekommen und ohne nennenswerte Blessuren. Der Rucksack hat zwar den Rücken wund gescheuert (in Abwandlung des Mottos dieses Laufes: “Der sich den Wolf läuft”), aber es gibt interessanterweise fast keinen Muskelkater. Heute schon wieder 50km Fahrrad gefahren! Alles super …

Es war nach einem heftigen Gewitter in der Nacht davor überall matschig und feucht. Ständig mussten mega-große Pfützen, die manchmal die komplette Breite des Weges (und teilweise auch mehr) einnahmen, umkurvt werden. Aber dafür gab es auch kaum losen Sand oder gar Staub. Eigentlich haben wir viel Glück gehabt mit dem Wetter. Morgens 12°C und feucht plus trübe, danach dann locker 18°C und Sonne bei sehr klarer Luft. Traumhaft. Das gleiche Unwetter 24h später wäre sicherlich kein Spaß für uns gewesen.

Es gibt nichts zu Meckern: 1a liebevolle Orga von Elke und Frank und dem Helferteam an den VPs. 6 Verpflegungs- und Getränke-Punkte, persönlicher Brötchen und Kaffee-Service am 1. VP, lecker Essen und Kuchen im Ziel. Und auch dazwischen an den VPs wirklich alles, was der Läufer auf solchen Distanzen begehrt. Ein tolle und sehr abwechslungsreiche Strecke auf einem Premium Wanderweg durch die Lüneburger Heide. Ich glaube diese Aktion kann man noch mal wiederholen 🙂