Natur

2. Ith-Hils-Ultra, 81km, 2000 Höhenmeter, 2017-04-22

Als Detlef, aka running-paule.de, Anfang November 2016 die AnkĂŒndigung des 2. Ith-Hils-Ultra im April 2017 verteilte, habe ich nicht lange gezögert und mich logischerweise gleich wieder angemeldet.

FĂŒr norddeutsche VerhĂ€ltnisse ist der Ith einfach eine mega geniale Gegend. Anspruchsvolle Steigungen und auch der Untergrund dieses premierten Wanderweges sind teilweise nicht ohne. Aber das ist ja gerade der Spaß und macht den Reiz aus. Viele, viele Kilometer Singletrails auf dem Kammweg durch unendliche Mengen von BĂ€rlauch und anderer blĂŒhender und duftender Vegetation, bizarr geformte Felsformationen und Steinblöcke, Klippen, AussichtstĂŒrme, Höhlen, Paradies fĂŒr Kletterer. Immer mal wieder spektakulĂ€re Ausblicke auf die Landschaften rund um den Ith. Mal dicht bewaldet, mal offene Landschaft. Sagenhaft! Traumhaft!

30 LĂ€uferInnen sind es, die sich dieses Mal angemeldet haben. 17 Leute starten schon um 06:00 Uhr in einer Gruppe, die fĂŒr die 80km 14 Stunden Zeit hat. Ich als LangschlĂ€fer und Nachteule starte mit 12 weiteren LĂ€ufern um 08:00 Uhr in der spĂ€ten Gruppe. Hier gibt es 12 Stunden Zeit und ich ahne schon, dass es damit (zumindest fĂŒr mich) eng wird. 2016 habe ich 11h43min fĂŒr die Strecke gebraucht. Dieses Jahr bin ich zwar ausdauermĂ€ĂŸig gut in Form, aber an Geschwindigkeit mangelt es. Nach 9km, von ca. 100m Höhe am Start, bei der Felsformation “Adam und Eva” auf 400m Höhe angekommen, bin ich dann auch schon alleine. Aller anderen sind außer Sichtweite. Und die rote Laterne, des Langsamsten der schnellen Gruppe, wird dann auch bis zum Ende bei mir bleiben.

“Rausgehen ist wie Fenster aufmachen, nur Krasser.” Dieser Spruch, den ich vor einiger Zeit mal irgendwo auf einer Postkarte entdeckt habe, spukte mir beim Laufen auf dem Ith aus irgendeinem Grunde die ganze Zeit im Kopf herum. Hier wĂ€re aber “Ith-Hils-Ultra ist wie Landschaftslauf, nur krasser.” vielleicht passender. Was fĂŒr ein Philosoph 😉

Monk

Bei Kilometer 10 am Mönchstein begegne ich erneut der Ziege, welche wir neulich schon dort gesehen haben. Ich taufe diese heute, in Anlehnung an die amerikanische Krimiserie mit dem neurotischen Detektiv, welche mir spontan durch den Kopf ging, auf den Namen “Monk”. Außerdem passt das Englische Wort Monk (Mönch) natĂŒrlich prima zum Mönchstein und dazu, dass diese Ziege, wie ein Mönch, allen “weltlichen Zielen” entsagt hat und sich fĂŒr ein Leben in Freiheit entschieden hat. Grins.

Am ersten großen Verpflegungspunkt, an den Ithwiesen, bei ca. Kilometer 30, komme ich dann dieses Mal schon 13 Minuten spĂ€ter an, als in 2016. Bis Kilometer 70 am letzten VP ist mein RĂŒckstand gegenĂŒber 2016 auf fast 25 Minuten angewachsen. Ich laufe am letzten VP um 18:25 Uhr ein. Das ist auf die Minute genau das Ende der “Öffnungszeit” dieses VPs in Detlefs Ausschreibung. Uff, Punktlandung. Die Trinkflasche wird hier fix mit purer Cola gefĂŒllt und weiter geht es. Danach beginnt das große Rechnen: “Hmmm, das könnte doch noch klappen, bis 20:00 Uhr im Ziel zu sein”. Leider muss man sich vom letzten VP in Marienhagen noch mal auf locker 450m ĂŒber den ThĂŒster Berg zum Kanstein hochschrauben. Und der Abstieg danach runter nach Salzhemmendorf ist teilweise so steil und unwegsam, dass trotz GefĂ€lles hier nicht groß an “Rennen” zu denken ist. Dieses Wissen ist ein Nachteil, wenn man die Strecke schon zu gut kennt 😉 Die Aussicht es doch noch pĂŒnktlich zum Essen zu schaffen, motiviert mich aber und setzt ungeahnte KrĂ€fte frei. SĂ€mtliche Anstiege können plötzlich wieder gelaufen werden und mĂŒssen nicht, wie vorher hĂ€ufig, gegangen werden. Warum nicht gleich so 😉 Meine bisher schnellste Überquerung des ThĂŒster Bergs. Dabei leider kein Auge mehr fĂŒr die Schönheit des Klippenweges beim Abstieg vom Kanstein ĂŒbrig gehabt. Die Uhr zeigt dann am Ende aber 82,3km und nicht wie erwartet 81km, so dass die Rechnung mit „”Wir” schaffen das!“ doch nicht ganz aufgeht. 12h03min fĂŒr 82.3km, entsprechend einer satten Pace von 8:47min/km. 20 Minuten fehlen gegenĂŒber 2016. Oha. Aber ich habe großes GlĂŒck, denn Detlefs Frau Cordula und auch meine Frau warten zusammen noch im Ziel mit einem Bier auf mich. Der Rest sitzt schon in der GaststĂ€tte der Ith-Therme beim NudelbĂŒffet.

Kerstin ist dieses Jahr an den Ithwiesen, in Kaierde und bei der Lippoldshöhle unterwegs gewesen und hat dabei geocachend, mit GPS und Kamera, auch wieder 20.6km erwandert. Aus 177 Bildern aus meiner Laufkamera und noch mal 325 Bildern von Kerstin habe ich versucht einige Bilder online zu stellen, die es 2016 so noch nicht gab. 50 Bilder aus 500 auswĂ€hlen, ist immer ein mĂŒhsamer Prozess. FĂŒr weitere schöne Ith-Bilder von uns aus 2016 und auch 2017 guckt ihr einfach hier (Vorsicht, vieeeele Bilder … das Laden dauert …).

Ich hoffe auf eine Wiederholung in 2018. Dann entweder geschwindigkeitsmĂ€ĂŸig besser trainiert oder aber doch in der frĂŒhen Startergruppe.

Dank fĂŒr die Organisation dieser tollen Veranstaltung an Detlef und natĂŒrlich auch an die vielen anderen helfenden HĂ€nde und UnterstĂŒtzer im Hintergrund!

Ith Hils Ultra, Streckeninspektion, Teil 1, 2017-04-01, 57km, 1200HM

Vorweg, falls jemand im Bereich des nördlichen Iths (s)einen Ziegenbock vermisst, der sitzt am Mönchsstein und lĂ€ĂŸt sich’s gut gehen 😉 Wir können uns problemlos auf 10 Meter nĂ€hern (dichter ging ohne Kletteraktion nicht), aber außer, dass die Ziege den Kopf dreht und uns beobachtet passiert nichts. Das Tier scheint an Menschen gewöhnt zu sein. Siehe Fotos …

Eine Woche vor dem Hannover-Marathon 57km durch den Ith? Ob das wirklich schlau ist? Wohl eher nicht. Die ursprĂŒngliche Idee, dieses Wochenende bei Christian Hottas den GrĂŒnen Ring um Hamburg, zwei Etappen Ă  ca. 50km, zu laufen (oder wenigstens eine Etappe davon), wurde wegen “trainingstechnisch unsinnig” verworfen. Jetzt kommt aber Detlef, der Veranstalter des Ith Hils Ultra, am Donnerstag Abend, mit einer E-Mail daher, in der er MitlĂ€ufer fĂŒr einen Streckentest am Samstag sucht. Frank hat nicht besseres zu tun, als “Hier!” zu schreien und kommt dann zusĂ€tzlich auf die bescheuerte Idee, statt eines einzelnen Abschnitts, nochmal 27km dran zu hĂ€ngen und einen Rundkurs zu laufen.

Spaß gemacht hat es jedenfalls. Blauer Himmel, Temperaturen von fast 20°C. Kilometerlange Singletrails durch den BĂ€rlauch. Riesige FlĂ€chen mit blĂŒhenden und duftendem Lerchensporn, große Teppiche an Buschwindröschen. Jede Menge SchlĂŒsselblumen und Huflatich. Der FrĂŒhling ist voll da … Mit etwas GlĂŒck laufen wir dann in 3 Wochen, beim eigentlichen Ith Hils Ultra, wieder durch Quadratkilometer von blĂŒhendem BĂ€rlauch. Vorfreude …

3 Liter FlĂŒssigkeit hatte ich mir fĂŒr die Tour mitgenommen. Aber das reicht hinten und vorne nicht. Ich bin ein wenig warm angezogen und man muss sich auch erst wieder an diese Temperaturen gewöhnen. In Holzen-Ith, am Bikertreff, wird eine Cola gekauft und in Duingen, der GetrĂ€nkemarkt hat zum GlĂŒck um viertel nach Drei noch offen, wird noch mal ein Liter FlĂŒssigkeit gebunkert. Insgesamt, den halben Liter Weizenbier am Ziel mit eingerechnet, laufen in ca. 9 Stunden (reine Laufzeit ca. 8h)  5 Liter FlĂŒssigkeit durch 😉

Wenn’s klappt kommt in der Woche vor Ostern die zweite HĂ€lfte des Ith Hils Ultra zur Inspektion unter die FĂŒĂŸe …