Tag Archive: Süntel-Trail

Süntel-Trail die Fünfte, 2016-08-06, 80km

Die Laufstrecke, die Gegend und das Drumherum haben mir bisher jedes Mal so gut gefallen, dass ich auch dieses Mal, im 5. Jahr hintereinander, wieder dabei sein musste.

Sünteltrail Nr. 5 in Ultra-Kurzform:

  • Aufstehen? Wie immer viel zu früh. Um 03:00 Uhr klingelt der Wecker, um gegen 04:00 Uhr Richtung Bad Münder aufzubrechen
  • Pre-Race Frühstück um 05:00 Uhr! Oppulent, wie immer … Viel zu viel gegessen … auch wie immer …
  • Start pünktlich um 06:00 Uhr, dabei tief hängende Wolken sowie ab und an leichter Nieselregen
  • Die Brennnesseln hatten dieses Jahr ein paar Wochen mehr zum Wachsen als letztes Jahr. Soviel Brennnesselkontakt gab es lange nicht mehr 😉
  • Das Wetter war das bisher kühlste und wechselhafteste aller 5 Läufe und es gab reichlich Matsch
  • Dennoch Sonne für’s obligatorische Foto am Hohenstein
  • Das Bachbett des Blutbachs am Einstieg in das Totental ist dieses Jahr komplett trocken. Auch an der Blutbachquelle ungewöhnlich wenig Wasser
  • Zur Mittagszeit dann ein fetter Starkregenschauer, danach läuft überall das Wasser von den Hängen. Jetzt noch mehr Matsch. Der Aufstieg an der “Steinernen Treppe”  wird damit zu einer echten Herausforderung …
  • Fotos? Wenig … Ich selber habe nur ca. 100 Foto mitgebracht. Und da Kerstin dieses Mal nicht dabei war, fehlen ein wenig die Fotos der näheren Umgebung …
  • Nicht mein schnellster , aber auf jeden Fall der bisher lockerste. Nach 11h27min bin ich mit 81.2km auf der Uhr im Ziel.
  • Update: Doch mein schnellster -Trail, wie ich gerade feststelle: Eine ganze Minute schneller als 2015 🙂

Ich hoffe auf eine Fortsetzung in 2017 🙂

Vielen Dank an Helmut und alle seine helfenden Süntelgeister im Hintergrund!

 

 

4. Sünteltrail, 2015-07-17, 80km. Muskelkater vom Feinsten …

Zum 4. Mal ging es für mich beim Sünteltrail, diesem von Helmut Eickermann und (s)einem Team von Süntelgeistern immer perfekt und liebevoll organisiertem Lauf, an den Start. Nicht so perfekt war die Menge meines Schlafes. Ich habe zwar am Vorabend gegen 23:00 Uhr (weit vor meiner üblichen Zeit) ins Bett gefunden, aber bis ich dann endlich eingeschlafen war … Jedenfalls fühlte ich mich wie gerädert, als der Wecker um 03:00 Uhr das Träumen beendete … Egal … Hilft nichts … Ich wollte ja auf keinen Fall das üppige Pre-Race Frühstück ab 5 Uhr verpassen.

Nachdem es am Freitag noch Temperaturen von locker 30°C gab, war es am Samstag zum Start Punkt 06:00 Uhr mit 19°C angenehm kühl. Kurz nach dem Start gab es noch einen kurzen Schauer, der aber unter dem dichten Blätterdach des Deisters nicht weiter störte. Dieses dichte und feuchte Blätterdach sorgte dann aber auch dafür, dass mein GPS sich zickig verhielt. Bereits 2.5km gelaufen, zeigte es mir immer noch ‘Kein Satellitenempfang’. Auch mehrfaches Ein- und Ausschalten des Gerätes änderte daran zunächst rein gar nichts. Obwohl es mir wiederstrebte, beschloss ich auf einer Lichtung am Kölnischfeld einen Stopp einzulegen und mit empor gestrecktem Arm, den GPSr in die Luft haltend, auf Empfang zu warten. Nach quälenden Minuten gab es endlich den erlösenden Piepser vom Gerät: ‘Empfang …’. Na endlich. Mittlerweile hatten mich die Beiden im Rotkäppchenkostüm gestarteten Bremer (“… weil, der Deister/ ist Wolfsgebiet …”) eingeholt. Es dauerte dann, nach einem weiteren (Foto-) Stopp am Steinbruch oberhalb von Springe, noch fast die komplette Deisterschleife, bis ich die Beiden wieder eingefangen hatte.

Nach den ersten 16km der Deisterschleife liefen wir ‘rüber in den Süntel. Die Sonne bahnte sich nun immer öfter ihren Weg durch die Wolken. Mit der tief stehenden Sonne und den tief hängenden Wolken ergaben sich anfangs tolle Bilder in der Landschaft. Leider war ich zu diesem Zeitpunkt zu faul, stehen zu bleiben und die Kamera dafür aus dem Rucksack zu kramen. Bei ca. Kilometer 20, am Fuße des Süntels angekommen, meldete sich die Oberschenkelmuskulatur bereits. Das erinnerte mich stark an Kleinkinder auf der Rückbank des Autos bei einer längeren Fahrt. “Wie lange noch?”, “Wann sind wir endlich da?”, hörte ich die Muskeln immer wieder sagen. Schon nach nur 1/4 des Weges wurde mir klar, dass wird heute eine harte Nummer. Meine letzten nennenswerten Höhenmeter, die ich gelaufen bin, waren irgendwann Ende April bei der Harzquerung. Lange Strecken über 80km und 50km bin ich in den letzten Wochen ja gelaufen, aber ernsthafte Höhenmeter leider keine. Bergab war somit für die Muskeln in den Oberschenkel heute eine echte Qual! Es dauerte bestimmt bis Kilometer 55, bis ich den quengelnden Kindern auf der Rückbank, äh nein, der Oberschenkelmuskulatur, klar gemacht hatte, das “nach Hause fahren” keine Option ist.

Und dann kam irgendwann wieder mein “Lieblingsstück”: Von der Bergschmiede noch mal wieder ‘rauf zum Süntelturm und hinten um die Eulenflucht herum zurück zur Bergschmiede. Diese ca. 10km-Schleife hat es echt in sich, wenn man bereits 60 km in den Beinen hat. Der Aufstieg führt über einen Betonplattenweg, der Anfangs noch recht seicht ist, aber dann zum Ende hin kontinuierlich steiler wird. Aber irgendwann ging es auch wieder bergab und der letzte VP war erreicht. Hier wurde nochmal Flüssigkeit nachgefüllt (feste Nahrung schmeckte mir mittlerweile nicht mehr) und dann ging es auf die letzten 10 km. Jetzt fehlte größtenteils der Schutz des Waldes und es ging unter praller Sonne über heißen Asphalt und staubige Feldwege zurück nach Bad Münder. Aber egal, die Aussicht auf eine Dusche mobilisierte noch einmal die verbliebenen Kraftreserven.

Im Ziel zeigte die Uhr 11h28min bei 81.59km (ganz ohne kleinere Verlaufer ging es heute nicht ab. Das GPS hatte immer mal wieder Empfangsverluste zu vermelden, so dass ich gleich mehrfach Trampelpfadabzweige verpasst habe und zurück laufen musste). Insgesamt war ich 12 Minuten schneller als letztes Jahr, dafür gibt es aber zum Ausgleich dann 12 mal mehr Muskelkater als letztes Jahr 😉 Treppe ‘runter am Sonntag … Oha … Aua … Macht nichts … Toller Lauf … Wenn’s zeitlich passt, nächstes Jahr wieder …

26.07.2014, 81.2km bei 2600 Höhenmetern durch den Süntel

81.2km bei 2600 Höhenmetern durch den in 11h 40min (damit das selbst gesetzte Ziel von 12h gut unterboten).

Ich habe bis drei Tage vor dem Start mit mir gerungen, ob ich nun die 50 Kilometer oder die 50 Meilen des Süntel-Trails in Angriff nehmen soll. Bei den 64km des Watt-Moor-Ultras vor 14 Tagen hatte ich mir noch geschworen “auf keinen Fall die 50 Meilen zu laufen”. Aber nun ja, irgendwann reifte die Erkenntnis den Watt-Moor-Ultra einfach als Trainingslauf für die 80km des zu sehen. Und wenn man nach einem 60km-Trainingslauf keine 80km in Real laufen kann, wann dann 😉

Um das Fazit gleich vorweg zu nehmen: “Ich habe es nicht bereut”. Der Süntel ist einfach ein tolles Laufrevier! Die Zusatzschleife durch den Deister am Steinbruch in Springe vorbei und die Schleife im Süntel durch das Totental zur Blutbachquelle und über die Südwehe waren die 30 Extra-Kilometer auf jeden Fall Wert.  Danke an Helmut und seine vielen helfenden Süntelgeister für den tollen, familiären Lauf und die vielen Pfade abseits der Waldautobahnen!

Die größte Unsicherheit war dann, ob ich es schaffen würde, um 03:20Uhr aufzustehen. Zwischen 2 und 3 Uhr ist eine typische zu-Bett-geh-Zeit für mich.  Zum Glück gelang es mir aber am Abend vorher um 22:30 im Bett zu liegen und auch einzuschlafen, so dass es mit dem Aufstehen dann doch recht gut klappte. Da außerdem Kerstin mit dabei war, hatte ich auf der 45 Minuten dauernden Anfahrt nach Bad Münder noch die Gelegenheit auf dem Beifahrersitz ein wenig zu dösen.

Nach ausgiebigem Frühstück mit Allem, was das Herz begehrte (sogar mit Frühstücksei!), gab es um 05:30 Uhr ein kurzes Briefing durch Racedirector Helmut. Fast pünktlich um 06:00 Uhr fiel dann bei bereits 19°C  und gefühlten 150% Luftfeuchte der Startschuss. Ca. 20 Läufer begaben sich auf die Strecke.  Die 50km Läufer waren (aus meiner Sicht) schlaftechnisch etwas besser dran. Ihr Start sollte erst um 10:30 Uhr erfolgen.

Für den Rest dieses Laufes lasse ich – da das Verfassen von viel Prosa nicht mein Ding ist – einfach mal die Bilder sprechen. Ich habe während des Laufes ca. 80 Bilder mit der Kompaktkamera gemacht. Kerstin hat weitere 250 Bilder mit der Spiegelreflex geschossen. 25 Bilder wurden in einem mühsamen Auswahlprozess heraus gesiebt. Voilà:

Süntel-Trail 2012 (25.08.2012)

52km + x über Stock und Stein beim Süntel-Trail 2012

Wikipedia verrät: Der Süntel ist ein gut 440 m hoher Mittelgebirgsstock in Niedersachsen südwestlich von Hannover, nördlich von Hameln und westlich von Bad Münder.

Hier galt es eine ca. 52km lange Strecke mit ca. 1500 Höhenmetern zu laufen.

Aus der Beschreibung des Ausrichters:

Die Strecke führt Dich fast ausschließlich über Wald- und Wirtschaftswege. Leider sind immer mal wieder einige kurze Abschnitte, auch im Wald, asphaltiert. Spätestens auf den Single-Trails musst Du mit Behinderung durch Bewuchs rechnen; berücksichtige auch, dass hier überall Zecken lauern können. Auch wenn Hochsommer ist und Du die meiste Zeit im Wald unterwegs bist, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass Du nur im Schatten der Bäume läufst. Die Summe der zu bewältigenden Höhenmeter lassen auf lange, teilweise sehr ruppige, Anstiege schließen, … und runter musst Du auch wieder!

Markierung: Keine! Gelaufen wird nach GPS-Track und/oder Landkarte.

Die Strecke war laut den Worten des Veranstalters im November ausgekundschaftet / festgelegt worden. Jetzt Ende August sah das an einer Stelle dann so
aus 🙂 Brennnesselhölle:

Da geht's lang ... auf dem Rückweg haben die Brennesseln auch kaum noch gebrannt :-)

Hier gibt es ein kurzes Brennnessel-Video von den ersten Läufern, die früh morgens da durch mussten.

 

So manchen Weg konnte man nur erahnen:

Trampelpfad (2)
Trampelpfad ...
Die Zivilisation haben wir hinter uns gelassen ... (2)

 

Ansonsten gab es feinstes Wetter mit angenehmen Temperaturen. Die Sicht hätte jedoch besser sein dürfen. Den durch den Ausrichter “versprochenen” Brockenblick vom Süntelturm aus gab es leider nicht 🙂 Blick vom Süntelturm, den ich zu Beginn des Laufen bei ca. km 20 erklettert habe:

Panorama vom Süntelturm

Der Süntel hat einige wirklich schöne Ecken parat:

Der Grüne Altar (?)
Steinbruch (3)
Steinbruch (2)
Steinbruch

 

Am Ende waren es ca. 52km + 4km Umweg, da ich mich nach Empfangsausfall meines betagten GPS ein paar mal verlaufen habe. Mit 7h15min (Durchschnitts-Pace 7min48s) immerhin noch die zweitschnellste Zeit des Tages.

51.7km + 4km extra durch mehrfaches Verlaufen ...

 

Die Spuren des “Kampfes”:

Die Spuren des Laufes ...
10 Minuten Pause ...

 

Fazit: Ein genialer Lauf, der richtig Spaß gemacht hat! Ich Versuche nächstes Jahr wieder teilzunehmen, dann vielleicht sogar auf der 50 Meilen Strecke …

 

Hier gibt es noch ein paar mehr Fotos …