Heute mal wieder ein Gastbeitrag von mir, dem „Alles-was-höher-als-ein Deich-ist-ist-ein-Berg-Radler“:

Sechster Ith-Hills-Ultra, Franks sechste (erfolgreiche) Teilnahme – heißt, auch ich kenne mittlerweile alle spannenden Abschnitte dieses Laufs und auch die meisten Geo-Caches sind eingesammelt!

Da mir das „RiverBIKE & MountainRUN“-Modell vom Fernsehturm-Marathon und SuMeMa ziemlich gut gefallen hatte, plante ich, statt im Ith und umzu  herum zuwandern, einen weiteren Abschnitt des Weser-Radweges zu erkunden.

Nachdem ich Frank auf die Laufstrecke geschickt hatte, startete auch ich Richtung Ith. Ganz bewusst hatte ich die Ith-Querung an den Anfang meiner Tour gelegt, frei nach dem Motto: „Da sind die Beine noch frisch!“. Ab der Domäne Eggersen ging’s dann ordentlich spürbar bergauf, aber nach einer guten halben Stunde (inklusive Fotostopps) hatte ich den Ith-Kamm, weitestgehend auf dem Sattel sitzend, erreicht – mein Motto ist aufgegangen 😀 Die Abfahrt auf einem steilen Trampelpfad war im wahrsten Sinne des Wortes etwas holperig, aber machbar.

In Bodenwerder angekommen, führte mich mein Weg auf der westlichen Weserseite Richtung Süden zunächst nach Dölme. Hier machte ich an einem idyllischen Plätzchen direkt an der Weser mit Blick auf die beeindruckenden „Dölmer-Klippen“ (Rühler Schweiz) Frühstückspause. Gestärkt fuhr ich weiter nach Polle, meinem Wendepunkt. Mit  tollem Blick auf die Burg setzte ich mit einer Gierseilfähre auf die östliche Weserseite über, radelte dann nach Norden bis Grave, um hier mit einer Solarfähre wieder ans westliche Weserufer zu gelangen. Ich hätte auch auf der östlichen Seite bleiben können, hätte dann aber ein ziemlich langes Stück auf einem Radweg an der B 83 fahren müssen, was ich nicht so reizvoll finde. Außerdem war ein Stück der Bundesstraße wegen Bauarbeiten in Höhe von Dölme komplett gesperrt. Naja, und als Küstenkind fährt man auch gerne mal mit dem Boot übers Wasser 😀 Auf dem Weg Richtung Norden war ich dann auch einmal mehr ziemlich erstaunt darüber, was man noch so alles auf schon gefahrener Strecke Neues entdeckt bzw. es ganz anders wirkt, nur weil man die Perspektive gewechselt hat 😯

Wieder in Bodenwerder, wandelte ich ein wenig auf den Spuren vom Lügenbaron Münchhausen… mittlerweile war es Mittag, Zeit für ein leckeres Eis! Also auf in die Fußgängerzone, da gibt’s bestimmt eine Eisdiele – dachte ich jedenfalls! Ja, es gab zwei Cafes mit gefühlt drei Sorten Eis und auch zwei Eisdielen, aber beide hatten auch nur wenig Auswahl und vor allem KEIN Schokoladeneis – DAS geht gar nicht!!! So kam es, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben OHNE Eis in der Hand aus einer Eisdiele gegangen bin 🙁  Überhaupt wirkte die Stadt wie ausgestorben, viele Geschäfte standen leer… Etwas enttäuscht setzte ich meine Tour am westlichen Weserufer fort. Kurz hinter Bodenwerder kam ich an einem schönen Plätzchen direkt an der Weser vorbei – Mittagspause!

Weiter ging’s Richtung Hameln. Die Strecke zog sich, da ich ständig für Fotostopps oder Geo-Caches angehalten habe, quasi „Stopp and Bike“ 😉 Immerhin hatte ich streckenweise ordentlichen Rückenwind, was mir von den vereinzelten Radfahrern OHNE-E , die mir entgegen kamen, neidische Blicke einbrachte 😳 In der Rattenfänger-Stadt herrschte ziemlicher Trubel, so dass ich mir einen ruhigeren Weg durch die Stadt und zur (einzigen?) Eisdiele suchte. Hier gab es Schokoladeneis 😀 Geschmacklich war es leider eher durchschnittlich.

Jetzt stand die letzte Etappe zurück zur Sole-Therme an. Um nicht noch einmal über den Ith zu müssen, hatte ich mir eine Strecke über Coppenbrügge nach Salzhemmendorf ausgeguckt. Ich wusste, dass es auch auf diesem Stück nicht ganz flach sein wird und ich reichlich Gegenwind haben werde, aber mit dem, was dann kam, hatte ich nicht gerechnet! Es ging von Hameln bis zum Ziel eigentlich nur bergan, mal mehr, mal weniger steil. Wenn es dann mal bergab ging, war der Wind so stark, dass sich die Abfahrt gar nicht bemerkbar machte … oder es war eine Schotterpiste, auf der man das Rad nicht rollen lassen konnte … oder, kaum dass man rollte, man wieder abbiegen musste , wo es garantiert wieder bergan ging. Auch landschaftlich war es meistens nicht so berauschend (oder ich habe es vor lauter „BergAn-GegenDenWind-Strampeln“ nicht wahrgenommen!?). Wie auch immer, diese Strecke fahre ich NIE WIEDER !!!

Nach 12:44 Stunden auf der Uhr und 107 km auf dem Tacho und in den Beinen kam ich wieder an der Sole-Therme in Salzhemmendorf an und konnte ca. 45 min später Frank im Ziel in Empfang nehmen.

Abgesehen von der letzten Etappe und den etwas schwierigen Eisdielenverhältnissen war es eine echt schöne Tour bei bestem Radelwetter 😀 –  als Küstenkind ist man, was den Gegenwind angeht, ja sturmerprobt 😉