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4. Watt-Moor-Ultra, 62km, 2017-06-24

Zwei Wochen nach dem Sietland-Ultra ging es erneut in der alten Heimat an den Start. Wilfried Seehafer hatte zum 4. Watt-Moor-Ultra geladen. Ich war schon zum 3. Mal dabei. Immer wieder herrlich „ohne Rücksicht auf Verluste“ durch den Schmodder (aka Watt) zu rennen. Leider geht dieser erste, 12 Kilometer lange Abschnitt durch den Nationalpark Wattenmeer immer viel zu schnell zu Ende.

Dieses Mal war einiges anders. Zum Einen ging es nicht unmittelbar vor dem Start per Wattwagen auf die Nordseeinsel Neuwerk, sondern schon am Abend vorher mit großem Gepäck auf dem Rücken und zwar zu Fuß. Zum Anderen war es dieses Mal nicht nur von unten nass, sondern auch von oben. Von den ca. 7 Stunden, die ich gelaufen bin, hat es bestimmt 3 Stunden lang geregnet. 6 Windstärken aus westlichen Richtungen peitschten einem den Regen auf den letzten Kilometern teilweise waagerecht ins Gesicht. Das nennt sich „Norddeutscher Sommer“ 😉 Pünktlich zum Zieleinlauf kam dann interessanterweise doch noch die Sonne heraus.

Auch dieses Mal hat Wilfried statt einer Startgebühr wieder Spenden für das Register für angeborene Herzfehler gesammelt, sowie vom Sahara-Lauf tolle, handgefertigte Medailen mitgebracht und dadurch die Leute in den dortigen Flüchtlingscamps unterstützt.

Auf der 60km Strecke waren dieses Mal nur 6 Läufer(innen) unterwegs. Peter und ich sind nach 7h17min und 62km (1 Minute schneller als 2016) gemeinsam als Erste ins Ziel gelaufen. Das war die perfekte Symbiose. Ich habe den Navigator gespielt und dadurch Peter vielleicht den ein oder anderen Extra-Kilometer erspart, da die in den Vortagen aufgesprühten Kreidepfeile auf Grund des Regens häufig kaum noch zu erkennen waren. Peter hat mich dafür mitgezogen und mein Tempo hoch gehalten.

Wir freuen uns auf den Watt-Moor-Ultra 2018 (vermutlich am 30.06.2018). Danke an Wilfried und die Helfer im Hintergrund.

Fotos und weitere Infos vom 1. und 3. Watt-Moor-Ultra bei meer mehr Sonne …

 

Diverse Bilder von mir, sowie von Kerstin an der Strecke und um zu:

1. Sietland-Ultra, 53km, 2017-06-10

Ursprünglich war geplant mit den großen Jungs am Freitag Abend von Wehrstedt aus Richtung Harz zu starten, um dann zum Sonnenaufgang auf dem Brocken (Video dazu) zu sein. Ich stand bei Michael schon eine ganze Weile auf der Starter-Liste als ein „Du kannst den Freitag da Abends nicht mit, da ist die Schulabschlussfeier deiner Tochter“ kam. Diese sollte nun plötzlich eine Woche vor dem ursprünglich geplanten Termin stattfinden.
Spotan wurde dann aber Plan B verfolgt und statt Freitag Abend in Wehrstedt, ging es Samstag Früh in Ihlienworth mit 13 Läufern an den Start. Sietland-Ultra: 53km auf unendlich langen Geraden durch das platte Land im Elbe-Weser-Dreieck. Hier stammen die Eltern und Großeltern her. Ein Besuch im Gebiet der alten Heimat.

Große Teile des Gebietes liegen auf Höhe des Meeresspiegels und sind von unzähligen Entwässerungsgräben durchzogen. Es ist hier so flach, dass man sich traut, bei einer kleinen Erhebung von 20m über N.N. von einem Berg zu sprechen. Der Gravenberg bei Wanna bot dann bei der klaren Luft tatsächlich einen tollen Blick über die Lüdingworther Kirche hinweg bis zur Elbe Richtung Groden und Altenbruch bei Cuxhaven in ca. 12km Entfernung. Man konnte mühelos die gigantischen, hübsch-hässlichen, aber arbeitsplatzschaffenden Hallen des Windenergieanlagenbaus ausmachen.

Asphalt und Wirtschaftswege auf Schotter, Gras und Sand wechseln sich ab und wir sind auch über die ca. 2 Kilometer langen Holz-Stege durch das Ahlenmoor gelaufen.

Einzelne Abschnitte (insbesondere am Hadelener Kanal) der Strecke gehen dann immer mal wieder 3-4km schnurgerade durch die Landschaft. Hier passt der Spruch mit „Da kann man schon morgens sehen, wer nachmittags zum Kaffee kommt“ wirklich.

Immer wieder treffen wir auch auf Stationen des Hadler Sagenweges. Im Ahlenmoor gibt es dann sogar einen Hexentanzplatz. Man muss also gar nicht in den Harz fahren um auf Hexen zu treffen 😉

Zum Abschluss gab es ein sehr reichhaltiges und leckeres Buffet. Vermutlich wieder mal ein Lauf, bei dem man hinterher mehr wiegt als vorher 😉 Weil ein Schwung der schnelleren Läufer schon verschwunden war, konnte ich dann überraschenderweise als Sechstplazierter bei der Urkundenvergabe sogar noch den Preis, der eigentlich für den Drittplazierten gedacht war, gewissermaßen „abstauben“. Vorgenommen hatte ich mir eigentlich eine Zeit unter 6h. Da ich aber recht locker und vor allem mit recht konstantem Tempo die 53km durchgelaufen bin, war ich am Ende dann mit meinen 6h04min doch sehr zufrieden.

Tolle Runde in der alten Heimat bei 1a Wetter. Das hat Spaß gemacht. Vielen Dank an den Organisator Thorsten Unruh und sein Helfer-Team an den Verpflegungspunkten!

3. Watt-Moor-Ultra, 60km alte Heimat, 2016-07-09

Am 9. Juli 2016 wird gegen Uhr 10.30 der 3. Watt-Moor-Ultra auf der Nordseeinsel Neuwerk gestartet – […] Ziel ist in Spieka-Neufeld (Friesenpark) – und dazwischen können drei unterschiedliche Strecken gelaufen werden – 100 km – 60 km und 33 km.
Diese Lauf-Veranstaltung ist keine öffentliche Veranstaltung, sondern eine Einladungslaufveranstaltung, d.h. nach der „Anmeldung“ (Bewerbung zur Teilnahme) wird eine Einladung ausgesprochen (oder nicht).
Der Schwerpunkt der Einladungen liegt auf den Ultramarathondistanzen ( 100 und 60 km) die „Ultra-Halbmarathonstrecke“ (33 km) ist vorwiegend für mitreisende Angehörige der ECHTEN Ultras gedacht.

Immer wieder schön durch die alte Heimat zu laufen und nicht zu vergessen der Spaß, 12 Kilometer lang im Laufschritt, wie ein kleiner Junge, durch das Watt zu matschen.

2014 war ich schon einmal bei diesem Lauf, mit dem der Lauffreund Wilfried Seehafer Spenden für das Nationale Register für angeborene Herzfehler sammelt, dabei. 2015 klappte es leider aus terminlichen Gründen nicht. Als dann aber eine erneute Einladung für 2016 kam, war klar, dass ich hier wieder mitlaufen möchte …

Gegen 09:30 Uhr ging es zunächst von Cuxhaven-Sahlenburg aus mit einem Trecker hinüber zur Insel Neuwerk. Von dort sind wir nach einem kurzem Briefing durch Wilfried gegen 10:55 Uhr gestartet. 19°C, Schönwetterwolken und eine leichte Brise, 1a Laufwetter.

Leider sind die ersten zwölf Kilometer durch das Watt – im übrigen Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer! – viel zu schnell vorbei. Zurück an Land in Cuxhaven-Duhnen werden dann die Füße fix vom Matsch befreit und ein paar trockene Laufschuhe übergezogen.

Über die Strandpromenade von Duhnen und Döse geht es durch die Grimmershörnbucht Richtung Alte Liebe und Fischereihafen. Jetzt muss noch (als notwendiges Übel) ein Industriegebiet durchlaufen werden, aber dann ist man raus aus der Stadt. Ab da grüne Stille bzw. Idylle. Es geht über Feld- und Wirtschaftswege ins Cuxhavener Hinterland. Vorbei an kleineren Dörfern, wie Franzenburg, Gudendorf (inkl. Baggersee), vorbei am Marinefliegerhorst Nordholz, Wanhöden, Krempel, Midlum, Nordholz, Spieka,  bis nach Spieka-Neufeld.

Anfangs brennt die Sonne ganz gut, so dass man auf den eher windgeschützen Abschnitten der Feldwege ziemlich am Schwitzen ist. Aber ab Kilometer 40 verschwindet die Sonne mehr und mehr, was ich jedoch als sehr angenehm empfinde. Auf den letzten Kilometern regnet es dann sogar ein wenig. Die Regentropfen sind aber eigentlich eher angenehm und verdampfen auf der warmen Haut in Null-Komma-Nix.

Nach 7h 18min bin ich, mit knapp unter 62km auf der Uhr, als Dritter im Ziel. Dieses Mal fast eine Stunde schneller als vor 2 Jahren …

Im Ziel gibt es nach einem Liter Weizenbier (mein Durst schien unendlich) eine tolle, handgefertigte Medaille, hergestellt im Rahmen des Project Saharawi Medals in der algerischen Wüste. Wüstenläufer Wilfried hat diese Medaillen persönlich von dort mit gebracht. Nach den Weizenbieren und erst recht der anschließenden Dusche sind die 60km dann auch schon fast vergessen. Die Gedanken gehen eher in Richtung „Ob es wohl 2017 auch wieder einen Watt-Moor-Ultra geben wird?“  😉

Danke an Wilfried und natürlich auch an alle fleißigen Hände und Helfer im Hintergrund!!!

 

 

 

 

1. Ultra Cuxhaven – Bremen-Nord, 2016-05-06/07

Ein Lauf von nach oder ggf. auch Cuxhaven nach Bremerhaven spukte schon etwas länger in den Köpfen von Olaf und mir herum. Einen ersten Anlauf dazu gab es bereits im Sommer 2015, als wir in einer Dreiergruppe von Bremerhaven nach Cuxhaven laufen wollten. Auf Grund der Hitze am ausgeguckten Termin, wurde aus diesem Lauf aber relativ spontan „nur“ ein Ultra zwischen Cuxhaven und Otterndorf. Anfang 2016 kam dann Olaf aber, angestoßen wohl u.a. durch Crispin, mit einer Ausschreibung für einen Lauf von Cuxhaven nach , mit Start um 22:00Uhr in Cuxhaven, an. Ausgerechnet das Wochenende, an dem ich beim Heidschnucken- von Soltau bis Hamburg laufen wollte. Nun gut, da ich für den Heidschnucken-Ultra aber bisher eh nur auf der Warteliste war, wurde also umdisponiert. Kerstin, die den Lauf zunächst mit „22 Uhr? Ja klar, macht mal, aber ohne mich.“ abgetan hatte, erklärte sich freundlicher- und freiwilligerweise bereit, den ersten Verpflegungspunkt in Dorum-Neufeld bei ca. Kilometer 28 zu besetzen.

Und so kam es dann … 22:00Uhr … 11 Läufer und 5 FahrradbegleiterInnen versammeln sich im Bahnhofsgebäude in Cuxhaven. Nach kurzem Briefing und einem Gruppenfoto geht es dann pünktlich um 22:00 Uhr los. Durch den Fischereihafen, vorbei an der Alten Liebe und am Seglerhafen, Grimmershörnbucht, Kugelbake, Döse, Duhnen und Sahlenburg. Dann wird es schnell einsam. Es haben sich kleine Gruppen gefunden und man läuft sein Tempo durch die sternenklare und laue Nacht. Ich laufe zusammen mit Moorrunner Frank und seiner Fahrradbegleitung, so dass die Zeit wie im Fluge vergeht. Gegen 01:30 Uhr sind wir in Dorum-Neufeld, wo uns eine erstaunlich muntere Kerstin am Verpflegungsstand empfängt. Ein Stück der Brownie-Reste aus Salzhemmendorf und Erdnüsse futtern, Trinkflaschen auffüllen, Smalltalk, noch ein Malzbier trinken und weiter geht es. In der klaren Luft sieht man jetzt bereits die roten Lampen auf den Containerbrücken im Hafen von Bremerhaven leuchten.

Es ist mittlerweile kühler geworden und mit dem Gegenwind fange ich an etwas zu frösteln. Schneller Laufen, um warm zu werden,  ist keine Option, also werfe ich mir ein weiteres Laufshirt über. Beim Wiederaufsetzen des Laufrucksacks fliegt eine meiner beiden 0.75l Trinkflaschen in hohem Bogen auf den harten Boden und platzt sofort auf. Mist. Zum Glück ist so kühl, dass die verbliebenen 0.75l für die letzten 25km reichen.

Im Laufe der nächsten 2 Stunden kommt die mächtige Beleuchtung oder besser gesagt Lichtverschmutzung des Bremerhavener Hafengebietes immer näher. Auch die Geräuschkulisse der Verladetätigkeiten im Hafengebiet ist imposant. Bereits kurz hinter Wremen ist der Hafen nicht nur sichtbar, sondern auch deutlich zu hören. Das liegt u.a. auch an den heutigen Windverhältnissen. Der Wind trägt den Schall direkt in unsere Richtung. Für den kompletten Lauf sind 3-5 Windstärken aus Süd-Ost, also nahezu immer direkt von vorne, angesagt. Es soll ja auch nicht zu einfach werden 😉 In Weddewarden, auf Höhe des Hafengebietes angekommen, steht eine Schallmessvorrichtung mit öffentlicher Anzeige. 50dB zeigt sie aktuell an. Wahrlich beeindruckend …

Ab Weddewarden geht es meine letzten 9km komplett durch das Hafengebiet. Es gibt meistens nur einen einseitigen Radweg und man wird häufig gezwungen die Straßenseite zu wechseln. Gut, dass zur Zeit fast kein LKW-Verkehr herrscht. Mittlerweile geht es auf 05:30 Uhr zu. Die Dämmerung ist bereits in vollem Gange. An der Kaiserschleuse versuche ich noch ein paar Bilder der vielen extrem knalligen Blau und Orange-Töne des Dämmerungshimmels mit der Kamera einzufangen und schon sind wir bei Kilometer 54, beim 2. Verpflegungspunkt, direkt vor dem „Zoo am Meer“. Moorrunner Frank + Fahrradbegleitung haben jetzt noch ca. 65km vor sich. Für mich ist hier nach 54km in 6h48min, mit vorheriger Genehmigung des Veranstalters, Schluss. 120km passten doch nicht mal eben so mittendrin in meine Laufplanung. Nach ein wenig Trinken und einem Stück Laugengebäck geht es mit unserem Auto ab nach Hause. Kerstin hat nämlich direkt am VP 2 auf mich gewartet. Ein Traum, oder!?

Viele Fotos gibt es auf Grund des nächtlichen Laufens natürlich nicht, ein paar dann aber doch:

 

 

 

1.Watt-Moor-Ultra-60 am 12.07.2014. 63 km durch meine alte Heimat

1. Watt-Moor-Ultra-60 am 12.07.2014. Über 63 km durch meine alte Heimat! Ultraläufer Wilfried Seehafer hatte anlässlich seines 60. Geburtstages zu diesem Landschafts-Lauf eingeladen. Ein Startgeld gab es nicht, aber es wurde um Spenden zugunsten des Registers für angeborene Herzfehler gebeten. Nach meinem aktuellen Stand kamen dabei etwa 2500€ zusammen!Um 05:30 Uhr war Treffen in Cuxhaven/Sahlenburg. Von dort ging dann gegen 06:00 Uhr per Trecker zur Insel Neuwerk. Nach letzten Instruktionen vom Organisator fiel um 07:00 Uhr der Startschuss und die 38 Teilnehmer begaben sich ins Watt. War das ein Spaß, durch den „Schmodder“ zu rennen. Die 10km durch das Watt gingen leider viel zu schnell vorbei. In Cuxhaven/Duhnen wieder an Land gekommen, wurden dann nach weiteren 1.5km in Cuxhaven/Döse die Füße gesäubert und die Schuhe gewechselt. Es ging durch die Grimmershörnbucht, dann Richtung Alte Liebe und von dort durch den Fischerreihafen weiter Richtung Groden. Von dort über die Abschnede, Richtung Altenwalde/Franzenburg, Gudendorf, Wannhöden(er Moor), Krempel, Midlum/Nordholz, Spieka und schließlich nach Spieka-Neufeld.

Bei mir standen am Ende 63,2km in 8h 12min auf der Uhr. Deutlich langsamer als ich erwartet hatte. Zwischen km 42 und 55 hatte ich einen ziemlichen Hungerast und ich musste immer wieder kürzere Gehpausen einlegen. Die zwei Bananen und einige Apfelstücke auf den ersten 40km waren wohl einfach zu wenig Energie. Ab km 55 ging es mir wieder deutlich besser und ich konnte durchgängig laufen. Der vor mir liegende Läufer kam immer näher. Noch eins / zwei Kilometer mehr und ich hätte ihn einkassiert.