Zugegebenermaßen waren die Bratkartoffeln beim Start der Reise noch gar nicht im Gespräch. Das Thema „Mal wieder mit dem Rad in die alte Heimat nach Cuxhaven“ war dagegen schon länger in der Diskussion. Irgendwie hat es jedoch ob der vielen Marathons an den Wochenenden der letzten Jahre nie geklappt. Wenn ich im ein bis zwei Wochen-Takt Marathon und Ultra-Marathon laufe, dann mag ich zwischendrin eigentlich nicht auch noch 233 km Rad fahren. Aber da es coronabedingt bzgl. des Laufens zur Zeit zumindest etwas ruhiger ist und gerade auch mal ein Wochenende Zeit war, sollte mal wieder eine Tagestour nach CUX starten.

Das Einzige, was mir etwas Sorgen bereitete, waren die angesagten Temperaturen von 30 bis 35°C. Dafür hatte ich mich jedoch im Vorfeld der Planung mit einer langen Liste von möglichen Versorgungspunkten, wie Hofläden, Lebensmittelmärkten und Bäckern, etc. an und um die geplante Strecke ausgerüstet.

Los ging es um 05:24 Uhr, als es noch angenehm kühl war. Der Fahrradtacho zeigte nahezu frostige 12°C, so dass ich bereits nach kurzer Zeit wieder stoppte und mir ein Schlauchtuch heraussuchte, weil meine Ohren abzufrieren drohten. Bei Frankenfeld (ca. 40 km) flog dann das Schlauchtuch wieder weg und bei Kilometer 82.5 am Schleusenkanal in Langwedel bei Achim stellte ich von langärmelig auf kurzärmelig um. Auf den ersten 125 km bis Ritterhude kam ich mit weniger als einem Liter Flüssigkeit klar, auf der 2. Hälfte rauschten dann jedoch weitere satte 6 Liter Flüssigkeit durch!

Temperaturaufzeichnung des Fahrradtachos

Temperaturaufzeichnung des Fahrradtachos

Bis Bremerhaven schob mich der Wind ein wenig, ab da jedoch plötzlich 3 Windstärken von vorne. Das Tempo litt darunter, aber als Kühlung war der Wind doch extrem willkommen. Obwohl viele Liter Flüssigkeit ausgeschwitzt wurden, sorgte der Wind zusammen mit dem Fahrtwind für ein trockenes Shirt, als ich am Ziel ankam 😉

232.8 km in einer Gesamtzeit von 11:39h. Die reine Fahrzeit betrug 9:22h, damit ergibt sich eine Geschwindigkeit in Bewegung von 24.9km/h.

Fazit: Bratkartoffeln bei Muttern sind extremst lecker, ganz besonders dann, wenn man den ganzen Tag über nur von Flüssigkeit und Schokoriegeln gelebt hat. Eine Wiederholung der Aktion ist sehr wahrscheinlich.

Die komplette Strecke bei Komoot (ggf. etwas herunterscrollen) …