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6. Süntel-Trail, 50 Meilen, 2600 Höhenmeter, 2017-07-29

Der 6. Süntel-Trail startet und ich bin zum 6. Mal dabei. Das spricht Bände. Einfach immer wieder eine tolle und perfekt organisierte Veranstaltung in einer sehr schönen Ecke, direkt vor der Haustür (naja fast, ca. 45min mit dem Auto) .

Aus Wikipedia.de:

Der Süntel ist einer der typischen kompakten Bergstöcke des Weserberglandes, die diesem Landschaftsraum neben schmalen Schichtkämmen sein Gepräge geben. In einer Entfernung von rund 15 Kilometern nördlich der Stadt Hameln erstreckt sich der Süntel von Nordwesten nach Südosten über etwa 12 km als östliche Fortsetzung des Wesergebirges und ist umgeben vom Auetal im Norden, dem Deister-Süntel-Tal im Nordosten und dem oberen Wesertal im Südwesten. Die höchste Erhebung liegt im Südosten mit dem sanft ansteigenden Doppelgipfel der Hohen Egge. Im mittleren Teil stellt der Süntel eine von gewundenen, nach Südwesten gerichteten Tälern stark zerlappte Schichtstufe dar, eine im Leine- und Weserbergland eher seltene Gebirgsform (neben Osterwald, südlichem Deister und den Sieben Bergen). Hier prägen lange, senkrechte, und am Hohenstein bis zu 60 m hohe Wandfluchten das Landschaftsbild, sowie zahlreiche Besonderheiten wie Wasserfälle, Hangrutschungen, schluchtartige Kerben, Zerrspalten und Höhlen.
[…]
Der Süntel gehört zum Naturpark Weserbergland Schaumburg-Hameln. Der Hohenstein mit seiner engeren Umgebung ist ein Naturschutzgebiet, für das oberhalb der höchsten Klippen ein Betretungsverbot besteht.

Und wie immer auch das gleiche Drama am „Morgen“. Der Wecker klingelt um 03:00 Uhr, obwohl ich erst gegen Mitternacht ins Bett gefunden habe. Kurz vor 04:00 Uhr geht es dann per Auto Richtung Bad Münder. Diesmal habe ich aber wieder das Glück, dass Kerstin dabei ist und fährt. So kann ich noch eine halbe Stunde im Auto dösen.

Um 05:00 Uhr dann ein üppiges Frühstück und Klönschnack mit den anderen Startern. Dieses Mal passen überraschenderweise 4 Brötchen und noch eine fette Schale Joghurt in meinen Magen. Ob ich damit noch irgendeinen Berg hochkomme. Egal, es schmeckt …

06:00 Uhr, noch fix ein schnelles Startfoto und dann schickt uns Häuptling Helmut mit einem etwas überraschenden Knall aus seiner Startpistole auf die Piste. Nach vorhergehendem Studium der Starterliste weiß ich, dass ich heute ziemlich sicher zu den Langsameren gehöre und sortiere mich hinten im letzten Drittel des Feldes ein. Bis zum Springer Steinbruch laufe ich zusammen mit Jan. Als ich aber Zwecks Foto zur Klippe oberhalb des Steinbruches kurz abzweige, ist auch Jan verschwunden. Ich genieße mit leiser Musik im Ohr die morgentliche Kühle, aber doch schon schwül-feuchte Stimmung im Wald.

Bei Kilometer 12, noch im Deister, werde ich dann endgültig wach. Ein kleines Rinnsal, welches normalerweiser unter einer einzelnen Gehwegplatte als Brücke durchpasst, ist, den enormen Niederschlägen der letzten Woche geschuldet, zu einem 3 Meter breiten flachen Bach angewachsen. Keine Chance da ohne nasse Füsse durchzukommen. Das Wasser steht bis knapp über die Knöchel der Füße. Angenehm kühl das Wasser 😉

Irgendwo auf der Passage zwischen Deister und Süntel, bei km 17, steht dann Martina, die Chefin von Helmut, mit einem Verpflegungspunkt. Kurz die Getränkevorräte ergänzt und weiter geht es. Es sind schließlich noch 63km zu laufen.

Die Zeit bis zum 2. Verpflegungspunkt, an dem mich auch dieses Jahr wieder der Sheriff herzlichst empfängt, vergeht wie im Fluge. Nach diesem VP geht es dann erst einmal 4 km fast nur bergauf zum Süntelturm auf ca. 440m N.N. (Hohe Egge). Für diesen Aufstieg nutzen wir „Eickermann-Spezialwege“. Diese verkrauteten und brennnesselbewehrten Wege sind zwar in der Tat in guten Karten verzeichnet, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass die Teilnehmer des Süntel-Trails die Einzigen sind, die dort einmal im Jahr durch laufen 😉 Ich vermute, selbst Rehen und Wildschweinen sind das zu viele Brennnesseln.

Hinter dem Süntel dann zunächst einmal wieder (bis auf kurze trailige Abschnitte) 10 km entspanntes Laufen auf Forstwegen bis herüber zur Pappmühle. Dort warten u.a. Martina und Grit mit allerlei Leckerem auf uns. Trinken auffüllen, Käsewürfel-Vorrat plündern, ein Stück Melone in die Faust und weiter. Auf der Uhr stehen bereits ca. 41 Kilometer.

Jetzt kommt einer der für das Auge interessantesten Abschnitte. Es geht über unangenehm krumme Betonstufen rauf auf den Hohenstein. Auf dem Weg dorthin geht es auf einer Strecke von ca. 1 km immer unterhalb der Klippen entlang, schön steil über einen Naturwald-Trampelpfad hinauf zur Teufelskanzel und weiter zum Hirschsprung. Am Hirschsprung geht es nach 2 Minuten satt gucken und einem Selfie aber auch gleich weiter. Wo es geht, laufe ich auf dem Weg nach unten jetzt neben den merkwürdigen Treppenstufen. Das erscheint mir ungefährlicher.

Nachdem man nun wieder brav nach unten gelaufen ist, geht es, wie sollte es anders sein, wieder nach oben. Ein traumhafter Aufstieg durch das Totental bis hinauf zur Blutbachquelle. Dieses Tal soll 782 Schauplatz einer blutigen militärischen Schlacht gewesen sein. Daher auch der Name Blutbach bzw. Totental. Ich habe den Blutbach unten im Tal auch schon komplett trocken erlebt. Dieses Mal aber rauscht und plätschert es den kompletten Weg nach oben reichlich. Und es gibt beim Einstieg ins Tal beim Überqueren des Baches erneut nasse Füße. Man gewöhnt sich dran 😉

Über das Dachtelfeld und die Südwehe, wo es auch immer mal wieder tolle Felsformationen zu entdecken gibt, geht es nun über Kessiehausen zu einem weiteren Highlight, der steinernen Treppe. Kaum wieder rauf auf dem Berg, geht es nun, vorbei am Hamelspringer Steinbruch, wieder steil bergab. Und zwar so steil, dass man es größtenteils nicht laufen lassen kann.

In Hamelspringe, bei ca. Kilometer 60, befindet sich dann der nächste VP. Hier treffe ich überraschenderweiser auf Christoph und Michael. Nanu!? Die beiden waren bei VP2 doch locker 20 Minuten vor mir. Jetzt sitzen sie hier zurückgelehnt in Gartenstühlen und scheinen so gar keine Lust zu haben, weiterlaufen zu wollen. Nachdem ich mich gestärkt habe, wandert noch eine Flasche Malzbier in meinen Rucksack. Von Christoph und Michael bekomme ich bei Verlassen des VPs dann noch die „Drohung“, dass sie mich gleich wieder einholen werden, hinterher gerufen. Aber soviel sei vorweg genommen, obwohl beide locker das läuferische Potential hätten, dass auch umzusetzen, schaffen sie es dieses Mal mit ihrer kleinen Formschwäche nicht. Das gibt mal wieder ein Kreuz im Kalender: Zum dritten Mal in 5 Jahren vor Michael Hartmann im Ziel gewesen. Das kommt nicht häufig vor 😉

Jetzt beginnt die kleine „Gemeinheit“ dieses Laufes. Mit bereits ca. 63km in den Beinen geht es noch ein zweites Mal hinauf zum Süntelturm. Eine ca. 10 km lange steile Passage mit einigen hundert Höhenmetern, anfangs über einen Betonplattenweg. Aber irgendwann ist auch dieser Anstieg gemeistert. Oben am Turm gibt es dann die Malzbierflasche auf ex. Anschließend geht es hinten um die Eulenflucht herum wieder hinab.

Letzter VP. Die Uhr zeigt etwa 74 km. Drei Haferkekse gefuttert und ein wenig Cola in die Trinkflasche gefüllt, schickt mich der Sheriff mit den Worten, „Sind ja keine 10 km mehr“ auf den Rest der Strecke. Jetzt kommen aber erst einmal 2 km ohne jeglichen Schatten und Wind über staubige Wirtschaftswege. Puh. Die Sonne brennt, der Schweiß läuft.

Zum Glück gibt es nach dem Springer Bad Münder Bahnhof dann bald wieder schattigen Wald. Als ich dann zusätzlich nach mehrmaligen hin- und herrechnen noch realisiere, dass ich doch noch unter 12 Stunden bleiben kann, laufen die letzten 5 km plötzlich wieder wie von alleine.

Am Ende stehen 11h56min30s bei 83.8 km auf meiner Uhr. 30 Minuten langsamer als 2016 und 2015, aber sehr locker und entspannt gelaufen. Das wird nahezu ohne Muskelkater abgehen.

Danach dann Klönschnack, Weizenbier, Dusche und ein gemeinsames, feudales Abendessen mit anschließender Siegerehrung und Urkundenausgabe. Topp …

Bleibt am Schluss wieder nur der Dank an Helmut und alle helfenden Süntelgeister im Hintergrund, für die perfekte Ausrichtung dieses Laufes. Wenn es eine 7. Ausgabe des Süntel-Trails geben sollte, versuche ich wieder dabei zu sein.

Die Strecke als Relive-Video …

So denn, bis 2018 …

P.S.: Fotos!? Es wird mittlerweile schwierig etwas Neues zu entdecken, was noch auf keinem der über 1000 Fotos der letzten 5 Jahre zu finden ist. Aus ca. 150 Bildern von Kerstin, die dieses Mal 30 km geocachend durch den Süntel gewandert ist, dabei aber außer Jörg keinem Läufer begegnet ist, und ca. 150 Bildern von mir, haben wir dennoch einige ausgewählt:

Brennnessel-Kontrolle. 49km auf den Spuren des Sünteltrails, 2017-07-19

Der Termin des Sünteltrails über 80km am 29.07. rückt unaufhaltsam näher, da muss der Flachlandbewohner doch jetzt endlich mal ein paar Höhenmeter machen. Außerdem musste ich natürlich mal kontrollieren, ob Helmut die Brennnesseln alle gut gepflegt hat. Und ja, hat er. Auf allen Bildern, die einfach nur grün aussehen ist ein (nahezu unsichtbarer) Weg, der im Rahmen des Sünteltrails belaufen wird!
An die Brennnesseln habe ich mich die letzten Jahre gewöhnt. Viel übler waren dieses Mal die Scharen von Bremsen. Diese scheinen sich bei dem feuchten Wetter sehr wohl zu fühlen. So manche Bremse hat die Landung auf meiner Wade jedoch mit dem Leben bezahlt. Einige haben es aber dennoch geschafft, mich zu piesacken. An der linken Hand gibt es zwei dicke Finger und beide Waden ziert eine „schöne“ Beule.

Uns sonst? Recht gute Fernsicht. Ich habe mich deshalb gefühlt ewig an der Teufelskanzel und am Hirschsprung aufgehalten. Und es gab tatsächlich dieses Jahr etwas Wasser im Blutbach im Totental.

Heiß war es auch. Morgens um 07:00Uhr an der Bergschmiede gestartet, war es noch angenehm frisch. Aber ab ca. 10:30Uhr wurde es schon unangenehm warm. Als ich gegen 15:00Uhr wieder am Auto ankam, zeigte das Thermometer (des im Schatten parkenden Autos) 30°C. Der halbe Liter Weizenbier mit Zitrone, den ich mir gegen 14:15Uhr bei der zweiten Passage am Süntelturm in der Turm-Gastronomie herunterstürze, ist gefühlt schon wieder ausgeschwitzt, noch bevor er im Magen angekommen ist.

Die Laufuhr sagt am Ende 49,6km in rekordverdächtig langsamen 8h02min (inklusive aller Pausen).

Lieber Süntel, bis nächste Woche.
Gruß Frank

Süntel-Trail die Fünfte, 2016-08-06, 80km

Die Laufstrecke, die Gegend und das Drumherum haben mir bisher jedes Mal so gut gefallen, dass ich auch dieses Mal, im 5. Jahr hintereinander, wieder dabei sein musste.

Sünteltrail Nr. 5 in Ultra-Kurzform:

  • Aufstehen? Wie immer viel zu früh. Um 03:00 Uhr klingelt der Wecker, um gegen 04:00 Uhr Richtung Bad Münder aufzubrechen
  • Pre-Race Frühstück um 05:00 Uhr! Oppulent, wie immer … Viel zu viel gegessen … auch wie immer …
  • Start pünktlich um 06:00 Uhr, dabei tief hängende Wolken sowie ab und an leichter Nieselregen
  • Die Brennnesseln hatten dieses Jahr ein paar Wochen mehr zum Wachsen als letztes Jahr. Soviel Brennnesselkontakt gab es lange nicht mehr 😉
  • Das Wetter war das bisher kühlste und wechselhafteste aller 5 Läufe und es gab reichlich Matsch
  • Dennoch Sonne für’s obligatorische Foto am Hohenstein
  • Das Bachbett des Blutbachs am Einstieg in das Totental ist dieses Jahr komplett trocken. Auch an der Blutbachquelle ungewöhnlich wenig Wasser
  • Zur Mittagszeit dann ein fetter Starkregenschauer, danach läuft überall das Wasser von den Hängen. Jetzt noch mehr Matsch. Der Aufstieg an der „Steinernen Treppe“  wird damit zu einer echten Herausforderung …
  • Fotos? Wenig … Ich selber habe nur ca. 100 Foto mitgebracht. Und da Kerstin dieses Mal nicht dabei war, fehlen ein wenig die Fotos der näheren Umgebung …
  • Nicht mein schnellster , aber auf jeden Fall der bisher lockerste. Nach 11h27min bin ich mit 81.2km auf der Uhr im Ziel.
  • Update: Doch mein schnellster -Trail, wie ich gerade feststelle: Eine ganze Minute schneller als 2015 🙂

Ich hoffe auf eine Fortsetzung in 2017 🙂

Vielen Dank an Helmut und alle seine helfenden Süntelgeister im Hintergrund!

 

 

4. Sünteltrail, 2015-07-17, 80km. Muskelkater vom Feinsten …

Zum 4. Mal ging es für mich beim Sünteltrail, diesem von Helmut Eickermann und (s)einem Team von Süntelgeistern immer perfekt und liebevoll organisiertem Lauf, an den Start. Nicht so perfekt war die Menge meines Schlafes. Ich habe zwar am Vorabend gegen 23:00 Uhr (weit vor meiner üblichen Zeit) ins Bett gefunden, aber bis ich dann endlich eingeschlafen war … Jedenfalls fühlte ich mich wie gerädert, als der Wecker um 03:00 Uhr das Träumen beendete … Egal … Hilft nichts … Ich wollte ja auf keinen Fall das üppige Pre-Race Frühstück ab 5 Uhr verpassen.

Nachdem es am Freitag noch Temperaturen von locker 30°C gab, war es am Samstag zum Start Punkt 06:00 Uhr mit 19°C angenehm kühl. Kurz nach dem Start gab es noch einen kurzen Schauer, der aber unter dem dichten Blätterdach des Deisters nicht weiter störte. Dieses dichte und feuchte Blätterdach sorgte dann aber auch dafür, dass mein GPS sich zickig verhielt. Bereits 2.5km gelaufen, zeigte es mir immer noch ‚Kein Satellitenempfang‘. Auch mehrfaches Ein- und Ausschalten des Gerätes änderte daran zunächst rein gar nichts. Obwohl es mir wiederstrebte, beschloss ich auf einer Lichtung am Kölnischfeld einen Stopp einzulegen und mit empor gestrecktem Arm, den GPSr in die Luft haltend, auf Empfang zu warten. Nach quälenden Minuten gab es endlich den erlösenden Piepser vom Gerät: ‚Empfang …‘. Na endlich. Mittlerweile hatten mich die Beiden im Rotkäppchenkostüm gestarteten Bremer („… weil, der Deister/ ist Wolfsgebiet …“) eingeholt. Es dauerte dann, nach einem weiteren (Foto-) Stopp am Steinbruch oberhalb von Springe, noch fast die komplette Deisterschleife, bis ich die Beiden wieder eingefangen hatte.

Nach den ersten 16km der Deisterschleife liefen wir ‚rüber in den Süntel. Die Sonne bahnte sich nun immer öfter ihren Weg durch die Wolken. Mit der tief stehenden Sonne und den tief hängenden Wolken ergaben sich anfangs tolle Bilder in der Landschaft. Leider war ich zu diesem Zeitpunkt zu faul, stehen zu bleiben und die Kamera dafür aus dem Rucksack zu kramen. Bei ca. Kilometer 20, am Fuße des Süntels angekommen, meldete sich die Oberschenkelmuskulatur bereits. Das erinnerte mich stark an Kleinkinder auf der Rückbank des Autos bei einer längeren Fahrt. „Wie lange noch?“, „Wann sind wir endlich da?“, hörte ich die Muskeln immer wieder sagen. Schon nach nur 1/4 des Weges wurde mir klar, dass wird heute eine harte Nummer. Meine letzten nennenswerten Höhenmeter, die ich gelaufen bin, waren irgendwann Ende April bei der Harzquerung. Lange Strecken über 80km und 50km bin ich in den letzten Wochen ja gelaufen, aber ernsthafte Höhenmeter leider keine. Bergab war somit für die Muskeln in den Oberschenkel heute eine echte Qual! Es dauerte bestimmt bis Kilometer 55, bis ich den quengelnden Kindern auf der Rückbank, äh nein, der Oberschenkelmuskulatur, klar gemacht hatte, das „nach Hause fahren“ keine Option ist.

Und dann kam irgendwann wieder mein „Lieblingsstück“: Von der Bergschmiede noch mal wieder ‚rauf zum Süntelturm und hinten um die Eulenflucht herum zurück zur Bergschmiede. Diese ca. 10km-Schleife hat es echt in sich, wenn man bereits 60 km in den Beinen hat. Der Aufstieg führt über einen Betonplattenweg, der Anfangs noch recht seicht ist, aber dann zum Ende hin kontinuierlich steiler wird. Aber irgendwann ging es auch wieder bergab und der letzte VP war erreicht. Hier wurde nochmal Flüssigkeit nachgefüllt (feste Nahrung schmeckte mir mittlerweile nicht mehr) und dann ging es auf die letzten 10 km. Jetzt fehlte größtenteils der Schutz des Waldes und es ging unter praller Sonne über heißen Asphalt und staubige Feldwege zurück nach Bad Münder. Aber egal, die Aussicht auf eine Dusche mobilisierte noch einmal die verbliebenen Kraftreserven.

Im Ziel zeigte die Uhr 11h28min bei 81.59km (ganz ohne kleinere Verlaufer ging es heute nicht ab. Das GPS hatte immer mal wieder Empfangsverluste zu vermelden, so dass ich gleich mehrfach Trampelpfadabzweige verpasst habe und zurück laufen musste). Insgesamt war ich 12 Minuten schneller als letztes Jahr, dafür gibt es aber zum Ausgleich dann 12 mal mehr Muskelkater als letztes Jahr 😉 Treppe ‚runter am Sonntag … Oha … Aua … Macht nichts … Toller Lauf … Wenn’s zeitlich passt, nächstes Jahr wieder …

26.07.2014, 81.2km bei 2600 Höhenmetern durch den Süntel

81.2km bei 2600 Höhenmetern durch den in 11h 40min (damit das selbst gesetzte Ziel von 12h gut unterboten).

Ich habe bis drei Tage vor dem Start mit mir gerungen, ob ich nun die 50 Kilometer oder die 50 Meilen des Süntel-Trails in Angriff nehmen soll. Bei den 64km des Watt-Moor-Ultras vor 14 Tagen hatte ich mir noch geschworen „auf keinen Fall die 50 Meilen zu laufen“. Aber nun ja, irgendwann reifte die Erkenntnis den Watt-Moor-Ultra einfach als Trainingslauf für die 80km des zu sehen. Und wenn man nach einem 60km-Trainingslauf keine 80km in Real laufen kann, wann dann 😉

Um das Fazit gleich vorweg zu nehmen: „Ich habe es nicht bereut“. Der Süntel ist einfach ein tolles Laufrevier! Die Zusatzschleife durch den Deister am Steinbruch in Springe vorbei und die Schleife im Süntel durch das Totental zur Blutbachquelle und über die Südwehe waren die 30 Extra-Kilometer auf jeden Fall Wert.  Danke an Helmut und seine vielen helfenden Süntelgeister für den tollen, familiären Lauf und die vielen Pfade abseits der Waldautobahnen!

Die größte Unsicherheit war dann, ob ich es schaffen würde, um 03:20Uhr aufzustehen. Zwischen 2 und 3 Uhr ist eine typische zu-Bett-geh-Zeit für mich.  Zum Glück gelang es mir aber am Abend vorher um 22:30 im Bett zu liegen und auch einzuschlafen, so dass es mit dem Aufstehen dann doch recht gut klappte. Da außerdem Kerstin mit dabei war, hatte ich auf der 45 Minuten dauernden Anfahrt nach Bad Münder noch die Gelegenheit auf dem Beifahrersitz ein wenig zu dösen.

Nach ausgiebigem Frühstück mit Allem, was das Herz begehrte (sogar mit Frühstücksei!), gab es um 05:30 Uhr ein kurzes Briefing durch Racedirector Helmut. Fast pünktlich um 06:00 Uhr fiel dann bei bereits 19°C  und gefühlten 150% Luftfeuchte der Startschuss. Ca. 20 Läufer begaben sich auf die Strecke.  Die 50km Läufer waren (aus meiner Sicht) schlaftechnisch etwas besser dran. Ihr Start sollte erst um 10:30 Uhr erfolgen.

Für den Rest dieses Laufes lasse ich – da das Verfassen von viel Prosa nicht mein Ding ist – einfach mal die Bilder sprechen. Ich habe während des Laufes ca. 80 Bilder mit der Kompaktkamera gemacht. Kerstin hat weitere 250 Bilder mit der Spiegelreflex geschossen. 25 Bilder wurden in einem mühsamen Auswahlprozess heraus gesiebt. Voilà:

Süntel-Trail 2012 (25.08.2012)

52km + x über Stock und Stein beim Süntel-Trail 2012

Wikipedia verrät: Der Süntel ist ein gut 440 m hoher Mittelgebirgsstock in Niedersachsen südwestlich von Hannover, nördlich von Hameln und westlich von Bad Münder.

Hier galt es eine ca. 52km lange Strecke mit ca. 1500 Höhenmetern zu laufen.

Aus der Beschreibung des Ausrichters:

Die Strecke führt Dich fast ausschließlich über Wald- und Wirtschaftswege. Leider sind immer mal wieder einige kurze Abschnitte, auch im Wald, asphaltiert. Spätestens auf den Single-Trails musst Du mit Behinderung durch Bewuchs rechnen; berücksichtige auch, dass hier überall Zecken lauern können. Auch wenn Hochsommer ist und Du die meiste Zeit im Wald unterwegs bist, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass Du nur im Schatten der Bäume läufst. Die Summe der zu bewältigenden Höhenmeter lassen auf lange, teilweise sehr ruppige, Anstiege schließen, … und runter musst Du auch wieder!

Markierung: Keine! Gelaufen wird nach GPS-Track und/oder Landkarte.

Die Strecke war laut den Worten des Veranstalters im November ausgekundschaftet / festgelegt worden. Jetzt Ende August sah das an einer Stelle dann so
aus 🙂 Brennnesselhölle:
9992|480

Hier gibt es ein kurzes Brennnessel-Video von den ersten Läufern, die früh morgens da durch mussten.

 

So manchen Weg konnte man nur erahnen:

10061|48010066|48010076|480

 

Ansonsten gab es feinstes Wetter mit angenehmen Temperaturen. Die Sicht hätte jedoch besser sein dürfen. Den durch den Ausrichter „versprochenen“ Brockenblick vom Süntelturm aus gab es leider nicht 🙂 Blick vom Süntelturm, den ich zu Beginn des Laufen bei ca. km 20 erklettert habe:

9969|640

Der Süntel hat einige wirklich schöne Ecken parat:

10010|48010041|48010051|48010056|480

 

Am Ende waren es ca. 52km + 4km Umweg, da ich mich nach Empfangsausfall meines betagten GPS ein paar mal verlaufen habe. Mit 7h15min (Durchschnitts-Pace 7min48s) immerhin noch die zweitschnellste Zeit des Tages.

10155|480

 

Die Spuren des „Kampfes“:

998710149

 

Fazit: Ein genialer Lauf, der richtig Spaß gemacht hat! Ich Versuche nächstes Jahr wieder teilzunehmen, dann vielleicht sogar auf der 50 Meilen Strecke …

 

Hier gibt es noch ein paar mehr Fotos …