Nachdem mir die 80km durch die Heide letztes Jahr so viel Spaß gemacht haben, war eigentlich schon klar, dass ich nächstes Mal auch wieder mit „muss“. Als dann im Dezember die Einladung von Klaus hereinkam, gab es kein langes Überlegen …

Auf der langen 80km Strecke stand dieses mal ein Dutzend LäuferInnen am Start. Nach Käse- und Nutella-Brötchen – Petra und Klaus hatten wieder für ein leckeres Frühstück gesorgt – und einem kurzen Briefing, ging es pünktlich um 07:00 Uhr an den Start. Die 50km Starter sind um 09:00 Uhr mit ca. 20 LäuferInnen an den Start gegangen.

Als erstes ging es durch das Pietzmoor. Dieser Teil der Strecke ist dieses Jahr neu hinzugekommen. Kilometerlange Holzbohlenwege, blühendes Wollgras, quakende Frösche, ein wenig Nebel, spiegelglattes und dunkles Moorwasser. Eine tolle Atmosphäre zu so früher Stunde. Siehe Fotos.

Danach geht es gleich zu einem weiteren Highlight dieser Runde, dem Totengrund, einem großen Talkessel in der Nähe des Wilseder Bergs. Hier vertrödele ich einiges an Zeit. Foto hier, Foto da und noch ein Panorama-Foto … Oh … Hallo … Laufen nicht vergessen …

Nachdem letztes Jahr Schafherden und Schäfer dünn gesät waren, treffe ich dieses Jahr gleich drei Mal auf ebensolche. Bei Wilsede laufen wir sogar direkt durch eine Herde. Der Schäfer erkundigt sich, „wofür wir trainieren“ und guckt dann etwas verwundert als er etwas von 80km hört. „Na dann, viel Erfolg“, sagt er nur wortkarg.

Jetzt folgt eine große Schleife über Döhle, Sudermühlen und Undeloh bis rauf auf den Wilseder Berg. Dieser Abschnitt sorgt für die 30km mehr gegenüber der „kurzen“ 50 km Strecke.

In Sudermühlen treffen wir wieder auf Klaus‘ Eltern, die an ihrem Wohnmobil geduldig einen Verpflegungspunkt betreuen. Hier kommen wir zu viert an und vernehmen, dass wir wohl die Letzten wären. Das entspricht auch dem Bauchgefühl. Letztes Jahr lief es lockerer. Aber prinzipiell gibt es aus außer etwas schweren Beinen nach diesen ersten 45 Kilometern keinerlei Probleme zu vermelden. Also geht es nach Leerfuttern der Nuss-Vorräte und Auffüllen der Trinkblase des Rucksacks weiter.

Oben auf dem Wilseder Berg treffe ich dann auf Kerstin, die wandernd mit der Kamera unterwegs ist und dabei am Ende, laut GPS-Aufzeichnung, mit 21km ziemlich genau einen Halbmarathon zurückgelegt hat!

Mittlerweile ist es doch ganz schön warm geworden. Beim Start bedeckt und angenehme 16°C, scheint jetzt die Sonne und die Temperaturen liegen oberhalb von 20°C. Der Schweiß läuft reichlich. Zum Glück ist bald der letzte VP bei ca. Kilometer 65 erreicht, um die Flüssigkeitsvorräte wieder aufzufüllen. An diesem von Petra betreuten VP habe ich die üblichen Probleme mich wieder von der Futterkrippe zu lösen. Melone, Mohrenköpfe, Nüsse, Gummibärchen … mein Hunger scheint unendlich … aber nach etwas über 10 Minuten beschließe ich, dass ich jetzt langsam doch mal weiterlaufen sollte. Außerdem möchten die Handvoll Läufer hinter mir vielleicht auch noch etwas essen 😉

Nach 10h49min für 81.5km bin ich dann endlich auch im Ziel. 43 Minuten langsamer als 2015 aber immerhin nicht letzter geworden 😉

Wieder ein kleiner, feiner und familiärer Lauf bei 1a Laufwetter. Danke an Petra und Klaus und alle weiteren Helfer. Wenn’s zeitlich passt und es auch 2017 einen Heide Ultra Trail gibt … ich wäre erneut dabei …