Es war wieder so weit … 2018 … 2019 … April … der Ith-Hils-Ultra organisiert von Detlef aka Running Paule, in Zusammenarbeit und mit Unterstützung durch die Tourismuszentrale östliches Weserbergland, fand zum vierten Mal statt und Frank war bereits auch zum vierten Mal dabei. Der Ith ist einfach eine so schöne Ecke bei uns in Norddeutschland, dass es, sollte es diesen Lauf noch öfter geben, ich auch bestimmt noch ein 5. und 6. Mal hier starten würde. Bei der Strecke handelt es sich übrigens um einen zertifizierten Premium-Wanderweg, wie abends bei der Urkundenverleihung von der für den Tourismus in dieser Region zuständigen Dame, noch mal ausdrücklich betont wurde.

Die 81km mit seinen locker 2100 Höhenmetern und einigen kaum laufbaren – laufbar im Sinne von rennen bzw. joggen – Abschnitten, haben es eigentlich schon ziemlich in sich. Die wirkliche Herausforderung für mich war aber mal wieder die Startzeit. Start um 06:00Uhr und Briefing in der Ith-Therme um 05:30Uhr. Das bedeutete für mich, Weckerklingeln um 03:00Uhr. Oft genug gehe ich zu dieser Zeit erst ins Bett. Irgendwie hat es aber doch mit dem Aufstehen geklappt und wir waren, mit Kerstin am Steuer und mir, drömelnd auf dem Beifahrersitz, auf dem Weg Richtung Salzhemmendorf.

Zusammen mit 28 weiteren LäuferInnen wurden wir Punkt 06:00Uhr von Detlef auf die Strecke geschickt. Eine zweite, schnelle Gruppe mit 17 LäufernInnen und „nur“ maximal 12h Zeit für die Strecke, startete um 08:00Uhr. Unsere Frühstartergruppe hatte 14h Zeit zur Verfügung.

Morgens gab es zunächst noch Bilderbuchwetter. Strahlend blauer Himmel, 8°C, ein paar Wolkenfetzten hingen über dem Ith und der Halbmond strahlte. Traumhaft. Später wurde es in der Sonne sogar richtig warm und ich hatte, ob der fehlenden Sonnencreme, bereits ein schlechtes Gewissen.

Katrin, die beim Briefing angekündigt hatte, mich als Navigator zu nutzen und mir deshalb nicht von den Fersen weichen zu wollen, machte ihren Plan war. Auch nach dem ersten steilen Anstieg zum Ith-Kammweg, an der Doppel-Felsformation „Adam und Eva“ ist sie noch bei mir, obwohl sie zur der Zeit sicher noch deutlich schneller gewesen wäre als ich.

Jetzt ging es bis zum 1. Verpflegungspunkt (VP) bei Kilometer 29  über große Teile auf dem Kammweg, über schmale Pfade, durch den herrlich duftenden Bärlauch. Zwischendrin gab es bei Kilometer 14 aber auch noch eine Getränkestation. Die Besteigung des Ith-Turms fiel dieses Mal leider aus, denn der Turm war wegen Bauarbeiten komplett eingezäunt.

Am wirklich top bestückten 1. VP habe ich mir dann mit Kartoffeln, Laugengebäck, Haribo und einem Radler den Magen gefüllt, bevor es weiter ging.

Ab dem 1. VP, an den Ith-Wiesen, einem (Segel-) Flugplatz, mit tollem Blick in die Fläche, änderte sich die Landschaft und Streckenbeschaffung zunächst. Jetzt ging es erst einmal auf eher breiten Wegen voran und es folgte ein laaaanger Anstieg. Es ging auf 480m NN rauf zur Bloßen Zelle. Von hier hat man an der Feuerschneisenhütte häufig eine prima Sicht bis ins 50km entfernte Hannover. Aber dieses Mal war vom fast 300m hohen Telemax in Hannover nichts zu sehen.

Am Himmel zeigten sich jetzt immer öfter dunkle Wolken, aber es blieb zunächst noch trocken. Wir „rollten“ jetzt von 480m NN wieder herunter Richtung Grünenplan, wo es bei ca. Kilometer 42 erneut eine Getränkestation gab. Auf dem Weg dahin wurden wir von Christoph, dem führenden (der Spätstarter) überholt, bzw. nahezu überrannt. Christoph hatte uns also auf nur 40 Kilometern locker 2h abgenommen. Respekt! Am Ende kam er mit 8h39min mehrere Stunden vor uns ins Ziel. Aber ob er auch nur ansatzweise irgendetwas von der tollen Landschaft, den Felsformationen, den Lichtspielen am Himmel, den Wolkenformationen, der Tierwelt und Vegetation gesehen hat? Wer weiß. Er hatte jedenfalls nicht mal die Zeit unser „Moin“ zu erwidern. Tja, selbst Schuld 😉

Von Grünenplan aus ging es jetzt am Kleinen Ithberg vorbei, über Kaierde, mit einer tollen offenen Landschaft und weitem Blick, bis nach Delligsen zum 2. Verpflegungspunkt bei Kilometer 53.
In Delligsen sind dann insgesamt acht LäuferInnen geplant und ungeplant ausgestiegen. Für Katrin und mich ging es mit wieder aufgefülltem Magen und gefüllten Trinkflaschen weiter. Rainer, der mit sich haderte, ob er weiterlaufen soll/will, ließ sich von mir motivieren und überzeugen dabei zu bleiben, so dass wir ab hier in einer Dreiergruppe unterwegs waren.

Leider begann es jetzt doch kräftig zu regnen und es blieb auch bis zum Ende mal mehr und mal weniger nass von oben.

Der Regen machte die Strecke jetzt an manchen Abschnitten zu einer echten Herausforderung. Am deftig steilen Abstieg an den Gerzer Klippen sah man sehr deutlich, dass schon einige Läufer hier einen Spagat gemacht hatten. Hier war ich doch sehr froh, dass ich die Stöcker dabei hatte. Beim Abstieg an der Lippoldshöhle, herunter zur Landstraße nach Brunkensen, wiederholte sich das rutschige Abenteuer.

Bis zur letzten Getränkestation in Marienhagen lief es nun bei mir ein wenig zäh. Aber die Cola, die ich dort und später auch noch am Lönsturm trank, erweckte die Lebensgeister wieder und es lief auf den letzten 10 Kilometern, zurück nach Salzhemmendorf, erstaunlich locker und flockig, obwohl sich auch dieses Jahr der Anstieg von Marienhagen hinauf zum Kanstein ewig in die Länge zog.

Der Abstieg vom Lönsturm (auf dem Kanstein) war dann eine erneute Challenge. Es galt auf den letzten ca. 4 Kilometern etwa 300 Höhenmeter abzubauen. Teilweise fühlte sich der vom Regen aufgeweichte Boden, bzw. in diesem Fall natürlich zertifizierter Premium-Wanderweg-Matsch, wie Schmierseife an. Am Steinbruch oberhalb von Salzhemmendorf, drehte ich mich um und stellte fest, weder Katrin noch Rainer sind noch hinter mir zu sehen. Nanu!? Also fix wieder umgedreht um nachzusehen. Aber dann kamen mir die Beiden auch schon entgegen. Katrin hatte auf einem matschigen, schmalen und stark zur Seite geneigten Trampelpfad Grundberührung und dabei eine kleine Schlammpackung genommen. Die Spuren an Körper und Kleidung waren eindeutig 😉 Zum Glück war jedoch nichts Ernstes passiert. Anhand diverser interessanter Spuren im Matsch konnte man jedoch gut sehen und erahnen, dass hier so einige Leute unfreiwillig zur Seite weg, den Hang herunter gerutscht waren.

Nach 12h58min war unsere Dreiergruppe dann erschöpft, aber glücklich, im Ziel. Der Plan Sub-13-Stunden war so gerade noch aufgegangen. Immerhin, bei mir 23 Minuten schneller als in 2018.

Nach heißer Dusche, leckerem Buffet und diversem Smalltalk in der Ith-Therme ging es dann gegen 21:00Uhr auf die Heimreise.

Danke an Detlef nebst Cordula und Sina, sowie der Tourismuszentrale östliches Weserbergland, für das tolle Event, auch wenn ihr mit dem Wetter in der zweiten Hälfte etwas gepatzt habt 😉 Spätestens bis nächstes Jahr… Ich hoffe aber, dass ich es zur Bärlauchblüte, irgendwann die nächsten Wochen, nochmals zu einer Laufrunde in den Ith schaffen werde.

Bleiben noch diverse Fotos von Kerstin, die in drei Schleifen bei Coppenbrügge, Lauenstein und am Thüster Berg geocachend auch respektable 29km gewandert ist, und mir: