Christian Hottas Lauf während des traditionellen Biikebrennes zur Hamburger Hallig stand schon etwas länger auf meiner Liste, aber die letzten Jahre hat es zeitlich nie gepasst. Dieses Jahr war ich dann jedoch dabei. Im Hinterkopf existierten dazu noch Bilder vom 2012’er Urlaub in Nordfriesland. Hier war ich bei 1a Herbstwetter ebenfalls des Öfteren laufend in der Ecke unterwegs.

Das Wetter gab sich zum Biikefeuer-Ultra dann jedoch recht speziell. Es war nichts mit 1a (Herbst-) Wetter. Zur Mittagszeit haben wir, mit noch verhaltenem Sonnenschein, ein wenig Husum unsicher gemacht. Die Ansage bei Meteoblue für Nachmittags war 8-10 Windstärken aus West, ab 18:00 Uhr Regen bei 6° C. Mit dem starken Wind sollte sich das Ganze wie 1°C anfühlen. Die Rechnung, mit Start um 14:00 Uhr und 5 Stunden Laufzeit, war somit, dass es für mich in der letzten Stunde des Laufes regnen würde. Also rüstete ich mich kleidungsmäßig für den Lauf so aus, wie ich auch bei 0° C starten würde: Windjacke, lange Hose, langärmeliges Shirt, Handschuhe und Schlauchtuch.

Aber wir sind zum einen 1/2 Stunde verspätet gestartet und zum anderen hielt sich das Wetter nicht an den Fahrplan. Schon auf der allerersten der 6 Runden à 7.7 km fielen die ersten Tropfen. Und der Regen, wie auch der Wind nahm langsam zu. Brrrr, war das eisig, sich fast 4 km gegen die 8-10 Windstärken anzustemmen, um dann wieder knapp 4 km mit Rückenwind zurückzufliegen. Spätestens zur Halbzeit nach drei Runden, waren die Klamotten mit Wasser vollgesogen und schienen gefühlt keine wärmende Wirkung mehr zu haben. Der Wind war so kräftig, dass er über die aufgeplusterte Kapuze der Windjacke immer wieder den Reißverschluss meiner Jacke öffnete. Das Problem wurde erst besser, als mir die Idee kam, mein Schlauchtuch komplett über die Kapuze zu ziehen 😉

Der Lauf war auf jeden Fall ein echt hartes Stück Arbeit. 23 Kilometer pitschepatsche nass gegen 8-10 Windstärken, dass hatte ich so auch noch nicht. Außerdem gibt es vermutlich keinen anderen Tag im Jahr, an dem auf der zweispurigen Betontrasse zur Hallig dermaßen viel Autoverkehr herrscht. Es gibt zwar parallel zur Fahrspur einen Fuß- und Radweg, aber der war an vielen Stellen unter Wasser oder mit extrem schmierigen Schlick bedeckt, so dass prinzipiell versucht wurde auf einer der Fahrspuren zu laufen. Aber die Autos zwangen einen immer wieder, die „Straße“ zu verlassen und in Schlick und Wasser zu wechseln. Nach Einbrechen der Dunkelheit wurden die letzten Runden dann mit der Stirnlampe gelaufen.

Am Schluss war ich doch etwas platt und auch ein wenig froh, dass es vorbei war. Die Uhr zeigte am Ende (rekordverdächtig langsame) 5h46min39s für 46.56 km. Naja, immerhin, durchgehalten und angekommen 😉