Ende Juni bin ich zwar auch schon wieder, wenn es denn die Corona-Situation zulässt, zu einem 80km Ultra-Marathon in der Lüneburger Heide rund um dem Wilseder Berg, aber bis dahin ist ja noch etwas hin. Der Wind sollte an meinem Urlaubstag aus Nordwesten wehen und da ich nun mal am liebsten bei einer Rundtour die erste Hälfte gegen den Wind fahre, drängte sich das Ziel „Wilseder Berg“ geradezu auf. Bei Komoot wurde im Vorfeld eine Strecke über Bergen, durch das Große Moor bei Becklingen, durch Bispingen bis Wilsede zusammen gestellt. Der Rückweg wurde grob über Niederhaverbeck, Richtung Schneverdingen und Walsrode geplant. Anschließend wurde noch die schöne Schutzhütte an der Leine bei Grindau mitgenommen und, schon wieder fast zu Hause, noch mal kurz das Blanke Flat bei Vesbeck besucht. Das Ganze, wie üblich, immer möglichst abseits des großen Verkehrs, am liebsten auf Wirtschaftswegen und regionalen Radwander-Strecken …

Ein Highlight waren die „Radfahrer absteigen“-Schilder an teilweise recht üblen Wurzelaufbrüchen auf Radwegen im Heidekreis, die ich dort gleich drei Mal gesehen habe. Da ergaben sich doch diverse Fragen und Probleme, die mich auf der Fahrt intensiv beschäftigt haben:

  • Wann dürfte man denn bei einem 4km langen Radweg an einer Landstraße nach diesem Schild eigentlich wieder aufsteigen? Wie stellen die sich das vor? Das ich 4km schiebe???
  • Außerdem, großes Malheur, ab dem Moment, in dem ich abgestiegen bin, bin ich ja rein rechtlich kein Radfahrer mehr. Kann also wieder aufsteigen. Müsste dann aber sofort wieder absteigen … Dauerschleife … Murmeltiertag …
  • Waren die Schilder irgendwo, als Zehnerpack, günstig zu bekommen? Billiger als eine Reparatur der Radwege sind sie ja auf alle Fälle. Der wesentliche Aspekt dürfte aber sein, dass wenn sich da einer im Dunkeln, mit 25 Sachen auf dem Tacho, lang macht, man sagen kann: „Siehste, wir haben dir ja gesagt, du sollst absteigen!“.

Kurz vor Sonnenuntergang wieder zurück, zeigte der Tacho am Ende 197km in 10:33h bei 8:23h reiner Fahrzeit und einem Schnitt in Bewegung von 23.5km/h.

Nachtrag, Fundstelle bei http://bernd.sluka.de/Radfahren/absteigen.html
„Radfahrer absteigen“ ist die in Blech gestanzte Ausrede der zuständigen Verkehrsbehörde oder auch mal einer unzuständigen Baufirma. Sie wird dann verwendet, wenn die Anlagen, auf die man den Radverkehr gelockt hat, für ihn tatsächlich ungeeignet sind. Statt sinnvolle Alternativen anzubieten, wird dann „Radfahrer absteigen“ aufgestellt. Denn am einfachsten ist es dann natürlich, wenn die Radfahrer keine Radfahrer mehr sind und sich in Fußgänger verwandeln. Das Problem ist damit nicht beseitigt, aber möglicherweise die Verantwortung auf die Radfahrer abgewälzt.