Heidschnucken-Ultra (aka Such-Das-H Ultra), 111km, 2017-05-20

Die Beschreibung, die Organisator Frank in seinem frühmorgentlichen Briefing nochmals verkündete, klang (hier sinngemäß wiedergegeben) einfach:

111km laufen, davon 99.8km auf dem Heidschnuckenweg „Such das H“ spielen, dann die letzten 11.2km abseits des Heidschnuckenweges bis in meine Garage.
Wenn ihr mehr als 200-300m kein ‚H‘ gesehen habt, seid ihr falsch.
Nur das weiße ‚H‘ ist das richtige, allen andersfarbigen ‚H‘-Schildern nicht folgen.

Ganz einfach, oder?

Der Haken war nur, dass sich die Oberschenkel bei diesem Lauf nach 30km schon so schwer anfühlten, wie beim letzten 80’er vor 4 Wochen im Ziel.

Am Anfang lief es blendend (und vermutlich für mich zu schnell). Ich bin eine ganze Weile mit den großen Jungs (und Mädels) mitgerannt. Bei ca. Kilometer 42, oben auf dem Wilseder Berg – es ist jetzt mit der Sonne endgültig so warm, dass ich mein langes Shirt gegen ein kurzes tausche – zieht Claudia, die bisher auch ungefähr mein Tempo lief, rasant davon. Innerhalb kürzester Zeit ist sie außer Sichtweite. Davon frustriert, scheint mein Tempo noch mehr runter zu gehen.

Bis zum VP bei Kilometer 69 in Handeloh hat mich dann sogar Winnie wieder eingeholt. Winnie war in der frühen Startgruppe 45 Minuten vor mir gestartet, aber ich hatte ihn eigentlich in Behringen bei Kilometer 32 hinter mir gelassen. Auf den letzten 42km bilden wir dann eine Leidensgemeinschaft 😉 und laufen zusammen kurz vor 22:30Uhr im Ziel ein. 112.5km in 16h 26min,  bei einer Pace von 8:46min/km. 1 bis 2 Stunden langsamer als angepeilt. Das ist wohl noch ausbaufähig 😉
Aber immerhin angekommen und ohne nennenswerte Blessuren. Der Rucksack hat zwar den Rücken wund gescheuert (in Abwandlung des Mottos dieses Laufes: „Der sich den Wolf läuft“), aber es gibt interessanterweise fast keinen Muskelkater. Heute schon wieder 50km Fahrrad gefahren! Alles super …

Es war nach einem heftigen Gewitter in der Nacht davor überall matschig und feucht. Ständig mussten mega-große Pfützen, die manchmal die komplette Breite des Weges (und teilweise auch mehr) einnahmen, umkurvt werden. Aber dafür gab es auch kaum losen Sand oder gar Staub. Eigentlich haben wir viel Glück gehabt mit dem Wetter. Morgens 12°C und feucht plus trübe, danach dann locker 18°C und Sonne bei sehr klarer Luft. Traumhaft. Das gleiche Unwetter 24h später wäre sicherlich kein Spaß für uns gewesen.

Es gibt nichts zu Meckern: 1a liebevolle Orga von Elke und Frank und dem Helferteam an den VPs. 6 Verpflegungs- und Getränke-Punkte, persönlicher Brötchen und Kaffee-Service am 1. VP, lecker Essen und Kuchen im Ziel. Und auch dazwischen an den VPs wirklich alles, was der Läufer auf solchen Distanzen begehrt. Ein tolle und sehr abwechslungsreiche Strecke auf einem Premium Wanderweg durch die Lüneburger Heide. Ich glaube diese Aktion kann man noch mal wiederholen 🙂