Nach der gelungenen Premiere im Februar 2019 mit einer Moorrunde über 50km, kamen im Laufe der Zeit immer mal wieder Fragen, ob es denn auch in 2020 wieder solch einen Lauf geben wird. Im Dezember wurde die Sache dann konkret. Es wurde begonnen eine Strecke zu planen. Der erste Entwurf hatte dann gleich mal über 70km. Das hätte mir die Anzahl der potentiellen MitläuferInnen aber doch zu sehr eingeschränkt, so dass die Route „optimiert“ wurde und am Schluss ein Track mit 60.3km heraus kam. Als Termin wurde der 01.02.2020 festgelegt.

Insgesamt wurden über Facebook und per eMail fast 300 Leute eingeladen, von denen dann 30 Zeit hatten und mitlaufen wollten. Die Ausschreibung bei Raceresult …

Der Modus Operandi sollte der Gleiche wie in 2019 sein: Ein gemeinsamer Lauf unter Freunden ohne Kostenbeitrag, aber mit Spendenschweinchen für einen freiwilligen Obolus, damit das Loch in der Haushaltskasse nicht zu groß wird.

Die geplante Strecke führte über Teile des Brelinger Geopfades, den Brelinger Berg am Gaußstein vorbei, über Dudenbostel, durch die Helstorfer Heide und dann über Abbensen Obermühle weiter bis nach Luttmersen. Von hier ging es via Metel am Helstorfer Moor vorbei bis zu einem Verpflegungspunkt, bei ca. Laufkilometer 29, in der Nähe von Scharrel. Dann weiter, immer am Otternhagener Moor entlang, bis nach Resse zum Holzsteg des Moorerlebnispfades. Über den Resser Waldlehrpfad und am Forsthaus Resse vorbei führte die Strecke weiter Richtung Lönswinkel. Von hier an wurde das komplette Bissendorfer Moor inklusive Besuch am Süd- und am Nordturm umrundet. Von Wiechendorf aus noch ein kurzer Schlenker durch den Wald in Richtung Scherenbostel und dann weiter zurück Richtung Brelingen. Die Orientierung der Teilnehmer erfolgte im Wesentlichen erneut über GPS.

Das Wetter war lange nicht so schön wie 2019, aber zum Glück deutlich besser als der ursprüngliche Wetterbericht hat vermuten lassen. Temperaturen von 12°C, die nur wenig an Winter erinnern ließen, kräftiger Wind mit 4-5 Windstärken aus westlichen Richtungen und zur Mittagszeit für ca. 2h stärkerer Nieselregen. Das hätte auch schlimmer kommen können 😉 Nur 25km weiter südlich hat es den Tag über deutlich mehr geregnet.

Durch den Regen an den Tagen vorher war alles recht matschig, aber dennoch größtenteils gut laufbar. Die Pfade um die Moore selber waren jedoch, verglichen mit 2017, wo die Wege zum Teil komplett unter Wasser standen, immer noch vergleichsweise trocken.

Die Läuferschar reiste dieses Mal aus Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein an. Eine Läuferin kam sogar extra aus dem Siegerland, im fernen Nordrhein-Westfalen, nach Brelingen.

Auf Grund der etwas längeren Strecke gab es dieses Mal gleich zwei Verpflegungspunkte. Einmal der bereits oben erwähnte VP bei Scharrel, der von Kerstin betreut wurde. Hier gab es mit Tee, Wasser, Radler, Cola, Schokolade, Pizzaschnecken, Keksen, Obst, Gummibärchen und Bierbeißern ein reichhaltiges Angebot. Der zweite unbemannte VP, eine einfache Kunststoffbox am Waldrand bei Kaltenweide, war etwas weniger üppig bestückt. Hier gab es „nur“ Wasser, Cola, Apfelschorle, Banane, Schokolade und Kekse.

Es sah lange nicht danach aus, dass die Zeit noch reichen würde, aber es gelang in der Woche vor dem Lauf dann doch noch ein paar kreative Medaillen zu basteln. Dieses Mal wurde nicht der 3D-Drucker beschäftigt, sondern die CNC-Fräse fertigte große Medaillen aus Holz, bei denen der Umriss den Verlauf der Strecke darstellt.

Während die Zeiten der Teilnehmer am ersten Verpflegungspunkt noch recht dicht beieinander lagen, hatte sich das Feld am Ende doch ziemlich auseinander gezogen. Die schnellsten Läufer kamen bereits nach 6h02min im Ziel an, die letzten etwa 3h später, nach 9h14min. Meine Laufuhr zeigte am Ende 7h10min für die 60km. Neben den 28 LäuferInnen gab es außerdem noch Arbeitskollege Bernd, welcher den Start um 08:00 Uhr zwar um eine Stunde „verschlief“, der aber dennoch 31km tapfer wanderte und nach 6h22min mit einem Lachen im Gesicht im Ziel eintraf. Ergebnisliste (und Urkunden) bei Raceresult …

Hinterher gab es dann noch ein gemütliches Beisammensein bei Kaffee, frisch gebackenen Waffeln, Pizzaschnecken und den sonstigen Resten vom ersten Verpflegungspunkt.

Möglich war das Ganze nur durch tatkräftige familiäre Unterstützung: Kerstin hat sich unter anderem um die diversen Einkäufe sowie um die Verpflegungspunkte gekümmert und hinterher zusammen mit meiner Tochter die Gäste betreut und fleißig Waffeln gebacken.

Da es erneut reichlich positive Rückmeldungen über „Super Trails, tollen Waldboden und so viel Wald/Natur“ und auch das Drumherum gab, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es 2021 eine Fortsetzung geben wird … Mal sehen … Vor Dezember wird es aber keine neue Auschreibung bzw. Einladungen geben.