Heiko wildert mit seinem GEO Pfad-Ultra, wie schon seit Längerem angekündigt, in „meinem“ Revier, da musste ich doch unbedingt dabei sein 😉 Meine Anmeldung erfolgte dann so zeitig, das ich Startnummer 1 ab bekam.

Ein Großteil von Heikos Strecke überschneidet sich mit den Strecken der beiden Wedemärker Winter Moor Ultras (WWMU) über 50 und 60 km aus 2019 und 2020.  Allerdings ist das Laufen auf diesen Strecken im Sommer dann doch etwas anders als im Winter. Die augenblicklich mannshohe Vegetation bremst einen teilweise doch ziemlich aus. In den 14 Tagen vor dem GEO Pfad-Ultra bin ich bei meinen Homeruns aus Hannover weite Teile der Strecke abgelaufen und habe mit einer mitgeführten ausrangierten Rosenschere alle Brombeerzweige zwischen Waden- und Kopfhöhe gekürzt. Auf Brombeeren, die einem durch das Gesicht wischen oder die einem die Klamotten zerreißen stehe ich nicht so 😉 Auch auf einem kurzen Abschnitt, einer wieder zugekrauteten Rückegasse parallel zum Ibsinger Kirchweg, die wir nutzen sollten, habe ich den vorhandenen Trampelpfad, der bestenfalls noch von Rehen hätte erkannt und genutzt werden können, wieder halbwegs passierbar gemacht.

Nächtliches Brombeerkürzen

Nach kurzem Briefing durch Heiko um 7:45 Uhr geht es dann Punkt 08:00 Uhr auf die Strecke. Anfangs ist es mit  Temperaturen von 20°C noch angenehm kühl und es geht für meine Verhältnisse flott vorwärts. Nach ca. 16 km gibt es in der Nähe des Windkanters am Brelinger Berg den ersten und einzigen, jedoch zwei Mal anzulaufenden, Verpflegungspunkt. Bis dahin ist dann bei mir schon der erste Liter Flüssigkeit durchgelaufen.
Jetzt geht es einmal im Gegenuhrzeigersinn mit viel Links und Rechts (um auf vergleichsweise kleiner Fläche genügend Kilometer zusammen zu bekommen) um den Brelinger Berg. Häufig gibt es dabei tiefen Sand, aber es läuft weiterhin gut bei mir. Irgendwann sind weitere 16 km gelaufen und wir sind wieder am Windkanter VP. Umrundung des Brelinger Bergs abgeschlossen. Es ist inzwischen echt heiß geworden. 30 °C, aber die Sonne verschwindet mehr und mehr hinter Wolken. Ein Glück. Die mitgeführten zwei 0.75 Liter Trinkflaschen werden mit Tee und Iso-Getränk wieder aufgefüllt. Noch einen 1/2 Liter gekühltes Weizen heruntergestürzt und weiter geht es.
Die Beine sind mittlerweile schwer geworden, gefühlt werde ich irgendwie immer langsamer, aber ich sauge mich dennoch Stück für Stück immer weiter an die vor mir laufende Gruppe heran. Naja zumindest solange, bis ich, ziemlich exakt beim Erreichen der Marathon-Distanz bei 42.2 km, kurz vor Ende des Bissendorfer Moores, mit der Fußspitze an einen Pfosten-Stummel, ein Überbleibsel eines dort einmal vorhanden gewesenen Holzstegs, stoße und mich lang mache. Keine gute Idee sich auf sandigem und wurzeldurchsetztem Boden hinzulegen. Das aufgeschrammte Knie blutet etwas und am Oberkörper sehe ich, dank Sonnencreme und Schweiß aus wie ein paniertes Schnitzel. Aber die Knochen scheinen heil geblieben zu sein. Also nicht lange darüber nachdenken, weiter … Auf der Südseite des Bissendorfer Moores in Richtung des Südturms geht es über ca. 1,5 km auf einem schmalen Pfad durch meterhohes Farn. Dieses streicht ständig über das aufgeschrammte und blutverschmierte Knie. Sehr unangenehm.

Nach 6h18min und mit 49.84 Kilometern auf der Uhr bin ich im Ziel und lasse mir bei etwas Klönschnack ein weiteres Weizenbier schmecken.

Auf jeden Fall eine coole Aktion von Heiko! Ich komme gerne wieder. In vielen Dingen, doch ganz anders als der WWMU, aber sonst wäre es ja langweilig 😉 Mal schauen, ob Corona im Januar oder Februar nächsten Jahres Kerstin und mir eine dritte Auflage unseres WWMU zulassen wird.