Nachdem sich die Coronasituation zumindest etwas gelockert hat, durfte ich endlich einmal wieder etwas länger und auch trailig unterwegs sein. Sylke vom Laufwerk Kassel hatte zum 1. Edersee Urwaldsteig Ultratrail eingeladen. Im Rahmen von Corona durften maximal 20 LäuferInnen starten. Kein Händeschütteln, kein Knuddeln und kein gemeinsames Startfoto am Anfang 🙁 Einfach nur unter Wahrung der Abstandsregeln laufen, so war es angesagt. Bei der Verpflegung war jeder auf sich selbst gestellt, was bei 66 km und im Sommer dann doch schwierig werden kann. Aber die Temperaturen waren zum Glück niedrig. Sylke hatte außerdem überraschend für einen kleinen Verpflegungspunkt bei km 32 gesorgt, an dem es u.a. für mich ein Bier und eine Brezel gab. Top! Des Weiteren hatte ich Kerstin und Inga dabei. Die Beiden sind mit dem Fahrrad auf einem etwas direkteren und flacheren Rundweg dicht am See gefahren. Wir hatten an Kreuzungspunkten von Rad- und Laufstrecke ein paar Treffpunkte vereinbart, an denen die Beiden dann auch brav auf mich warteten, um mich bei Bedarf zu versorgen. Und ja, es hat manchmal doch etwas gedauert, bis Frank an den Treffpunkten ankam 😉 Irgendwie war es auf den 66 km nie so flach, dass ich, als norddeutscher Flachlandbewohner, mal ein paar Kilometer am Stück hätte locker laufen können, um voran zu kommen. Ständig ging es auf und ab. Insgesamt waren knapp unter 2000 Höhenmeter angesagt! Und so waren die Waden dann auch bereits nach knapp 30 km, insbesondere beim Bergablaufen, laut am Meckern und das Tempo ging immer weiter in den Keller. Am Ende bin ich, obwohl ich mich nicht erwähnenswert verlaufen habe, mit 12 Stunden und 7 Minuten bei 66.6 km auf der Uhr, dann auch Vorletzter geworden und der Muskelkater hat von da an bis zum darauffolgenden Dienstag angehalten 😉

Das Wetter hat recht gut mitgespielt. Heiter bis wolkig, morgens war es mit 8°C angenehm frisch, am späten Nachmittag gab es Temperaturen knapp unter 20°C. Allerdings gab es zur Mittagszeit auch eine ca. einstündige Regenphase, in der die Temperaturen wieder unter 10°C sanken und die mich tatsächlich für kurze Zeit dazu brachten, Handschuhe aus dem Rucksack zu kramen und auch zu tragen. So ein Frosty!

Die Natur rund um den Edersee und im Nationalpark Kellerwald-Edersee ist an vielen Stellen genial. „Deutschlands letzte echte Urwälder“ stand irgendwo geschrieben. Häufig waren wir auf dem Urwaldsteig deutlich oberhalb des Sees, so dass sich auch immer wieder tolle Ausblicke auf den See herunter ergaben. Ich war zum ersten Mal am Edersee und mir hat es richtig gut gefallen. Erneuter Besuch nicht ausgeschlossen. Schade, dass es von uns aus 237 km und fast 3 h Fahrzeit bis dorthin sind.

Apropos Fahrzeit. Das war eine weitere Herausforderung dieses Laufes:
Der Start erfolgte bereits um 7:30 Uhr, was dazu führte, dass wir bereits gegen 03:30 Uhr Richtung Waldeck gestartet sind. Das bedeutete, dass ich um 02:30 Uhr aufstehen musste. Das ist eine Zeit, zu der ich normalerweise zu Bett gehe 😉

Lange Rede, kurzer Sinn: Danke an Sylke für die tolle Idee diesen Lauf zu initiieren und auch Dank an die beiden geduldigen Betreuer des Verpflegungspunktes in der Mitte des Laufs.

Für den Rest lasse ich einfach wieder die Bilder sprechen: